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Postkoloniale Positionen?

Die Biennale DAK’ART im Kontext des internationalen Kunstbetriebs

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Verena Rodatus

Das Buch ist ein aktueller Beitrag zur Debatte um postkoloniale Perspektiven in der Kunstwissenschaft. Im Zentrum steht die DAK’ART-Biennale, an der sich ein gängiges identitätspolitisches Dilemma zeigt: Künstlerinnen und Künstler vom afrikanischen Kontinent müssen oft nicht nur «zeitgenössisch», sondern auch «afrikanisch» sein, um im internationalen, aber weiter westlich dominierten Kunstbetrieb Anerkennung zu erhalten. Aus einer postkolonialen und gendertheoretischen Perspektive argumentiert die Autorin, dass diese Problematik im Kontext des tradierten Primitivismusdiskurses zu sehen ist. In einer differenzierten Ausstellungsanalyse fragt sie nach kritischen künstlerischen und kuratorischen Strategien der DAK’ART 2006 und entwickelt daraus Vorschläge für zeitgemäße kuratorische Ansätze.
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Anhang C: Protokoll des Gesprächs mit Yacouba Konaté (Chefkurator der Biennale DAK’ART) an der Universität Cocody, Abidjan (Elfenbeinküste), aufgezeichnet am 31.01.2008

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Anhang C: Protokoll des Gesprächs mit Yacouba Konaté146 (Chefkurator der Biennale DAK’ART) an der Universität Cocody, Abidjan (Elfenbeinküste), aufgezeichnet am 31.01.2008

YK erklärt, dass er den Begriff ‚kulturelle Authentizität‘ gänzlich vermeiden wolle, denn dieser sei im afrikanischen Kontext fest mit der politischen Theorie Mobutus verknüpft („Mobutuisme“), einer Theorie, die von einer ‚authentischen Führung‘ des Landes durch ‚Chefs‘ ausgehe und sich gegen alle westlich eingeführten Konzepte, wie der Demokratiebildung, stelle.

YK spricht aber immer wieder davon, dass man nicht in die Falle des Primitivmus treten dürfe und dass die Ausstellung der DAK’ART-Biennale in diesem Sinne kuratiert sei.

Dann komme ich auf die Frage, warum die künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung als ‚nationale’ Repräsentationen gezeigt würden und frage, welchen Zusammenhang das beispielsweise mit dem Panafrikanismus hätte?

YK antwortet, dass es in der Selektion vor allem auch darum gehe, ‚vergessene Länder‘ wie beispielsweise Botswana oder Malawi auszustellen. Denn Länder wie Senegal hätten bereits ihre Reputation. Das bedeute konkret, dass beispielsweise ein Künstler aus Botswana oder Malawi, dessen Arbeit qualitativ ein kleines bisschen schlechter sei als die des Senegalesen, trotzdem diesem vorgezogen würde. YK selbst sei nur in Kenia, Uganda, Tansania und Ruanda gewesen.

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