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Postkoloniale Positionen?

Die Biennale DAK’ART im Kontext des internationalen Kunstbetriebs

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Verena Rodatus

Das Buch ist ein aktueller Beitrag zur Debatte um postkoloniale Perspektiven in der Kunstwissenschaft. Im Zentrum steht die DAK’ART-Biennale, an der sich ein gängiges identitätspolitisches Dilemma zeigt: Künstlerinnen und Künstler vom afrikanischen Kontinent müssen oft nicht nur «zeitgenössisch», sondern auch «afrikanisch» sein, um im internationalen, aber weiter westlich dominierten Kunstbetrieb Anerkennung zu erhalten. Aus einer postkolonialen und gendertheoretischen Perspektive argumentiert die Autorin, dass diese Problematik im Kontext des tradierten Primitivismusdiskurses zu sehen ist. In einer differenzierten Ausstellungsanalyse fragt sie nach kritischen künstlerischen und kuratorischen Strategien der DAK’ART 2006 und entwickelt daraus Vorschläge für zeitgemäße kuratorische Ansätze.
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2. Globalisierung? Dominanzen in Kunstbetrieb und Kunstgeschichte

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2. Globalisierung? Dominanzen in Kunstbetrieb und Kunstgeschichte

Um der in Kapitel 1 aufgezeigten Problematik nachzugehen und diese konkret an der DAK’ART-Biennale zu untersuchen, gilt es zunächst, die möglichen historisch bedingten marginalisierenden Mechanismen innerhalb des ‚globalen‘ Kunstbetriebs näher zu beleuchten und zu analysieren.

Seit Ende der 1980er Jahre fanden eine ganze Reihe von Ausstellungen ‚zeitgenössischer Kunst aus Afrika‘ statt: „Magiciens de la Terre“ (1989, Paris), “The Short Century. Independence and Liberation Movements in Africa 1945–1994“ (2001, Berlin, München, New York, Chicago) oder „Afrika Remix“ (2004–2007, Düsseldorf, London, Paris, Tokyo, Johannesburg), um nur einige überregional beachtete zu nennen15.

Gleichzeitig wurde der „Boom der Biennalen“ seit den 1990er Jahren weithin als Signal für die Herausbildung einer ‚globalen‘ Kunstwelt interpretiert (vgl. Obrist 2003, McEvilley 199916, Bydler 2004), und im Zuge einer wachsenden Anzahl und zunehmenden internationalen Bedeutung von Überblicksausstellungen zeitgenössischer Kunst wie in Dakar, Sao Paulo, Havanna oder Istanbul scheinen die Grenzen zwischen ‚Zentrum‘ und ‚Peripherie‘ durchlässiger geworden zu sein (vgl. Elkins, Valiavicharska u. Kim 2010, Hoffmann 2003, Volkenandt 2004, Scheps, Dziewior u. Thiemann 1999, Becker, van Grevenstein u. van der Laan 2000, Hou, Kartoun u. Vergne 2003, Bourriaud 2009, Schmidt-Linsenhoff 2002).

Ebenso mehrten sich Publikationen, die sich im heutigen postkolonialen Zeitalter mit Ausstellungen ‚zeitgenössischer afrikanischer Kunst‘ auseinandersetzten, sowie Veröffentlichungen, die durch den Versuch einer kritischen Repositionierung und Redefinition ‚afrikanischer Gegenwartskunst‘ gekennzeichnet sind (zum Beispiel Kasfir 1999, Njami 2004, Fall u. Pivin 2002,...

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