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Postkoloniale Positionen?

Die Biennale DAK’ART im Kontext des internationalen Kunstbetriebs

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Verena Rodatus

Das Buch ist ein aktueller Beitrag zur Debatte um postkoloniale Perspektiven in der Kunstwissenschaft. Im Zentrum steht die DAK’ART-Biennale, an der sich ein gängiges identitätspolitisches Dilemma zeigt: Künstlerinnen und Künstler vom afrikanischen Kontinent müssen oft nicht nur «zeitgenössisch», sondern auch «afrikanisch» sein, um im internationalen, aber weiter westlich dominierten Kunstbetrieb Anerkennung zu erhalten. Aus einer postkolonialen und gendertheoretischen Perspektive argumentiert die Autorin, dass diese Problematik im Kontext des tradierten Primitivismusdiskurses zu sehen ist. In einer differenzierten Ausstellungsanalyse fragt sie nach kritischen künstlerischen und kuratorischen Strategien der DAK’ART 2006 und entwickelt daraus Vorschläge für zeitgemäße kuratorische Ansätze.
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3. Die Ausstellung als Repräsentationssystem aus semiotisch-diskursanalytischer Perspektive

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3. Die Ausstellung als Repräsentationssystem aus semiotisch-diskursanalytischer Perspektive

Ausgehend von der phänomenologischen Ebene, das heißt dem Erfassen des Phänomens Biennale ‚zeitgenössischer afrikanischer Kunst‘ in Bezug auf den historischen Wahrnehmungswandel ‚afrikanischer Kunst‘ in Europa seit Anfang des 20. Jahrhunderts (vgl. Kapitel 2), bildet die Analyse des visuellen Materials den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit. Im Rahmen der Analyse dessen, was auf der Biennale DAK’ART präsentiert und im begleitenden Katalog kommentiert und verhandelt wird, untersuche ich die Ausstellungsräume mit ihrer Architektur im Kontext der Stadt Dakar als Repräsentationssystem:

Die Biennale DAK’ART als Ausstellung ‚zeitgenössischer afrikanischer Kunst‘ zu untersuchen, bedeutet demnach, zu fragen und zu analysieren, wer (welche Kurator_innen), was und wen (welche künstlerischen Arbeiten, Medialität, welche Künstler_innen), wo (in welchen Gebäuden der Stadt Dakar) und wie (kuratorisches Konzept, Ausstellungspraxen, Katalog) ausstellt und mit welchen Effekten „zu sehen gibt“ (Schade u. Wenk 2005).

Die Analyse der visuellen Konstruktionen um die und in der Ausstellung beziehe ich auf die den Gegenstand rahmenden Diskurse: die kunstwissenschaftliche Debatte zur ‚Globalisierung‘ des Kunstbetriebs, das Forschungsfeld Ethnizität und Geschlecht im Ausstellungskontext sowie die Wissenschaftsbereiche der Kunstgeschichte. Die Überlegungen zielen aber nicht nur auf die Diskussion und Erweiterung der Postkolonialen und Gender Theorien für die Kunstwissenschaften ab, sondern sind auch für die (eigene) wissenschaftliche Praxis und Ausstellungsarbeit relevant, zum Beispiel für die Reflexion der künstlerischen und kuratorischen Praxen, die (west-)europäische Ausstellungsmacher_innen...

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