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Postkoloniale Positionen?

Die Biennale DAK’ART im Kontext des internationalen Kunstbetriebs

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Verena Rodatus

Das Buch ist ein aktueller Beitrag zur Debatte um postkoloniale Perspektiven in der Kunstwissenschaft. Im Zentrum steht die DAK’ART-Biennale, an der sich ein gängiges identitätspolitisches Dilemma zeigt: Künstlerinnen und Künstler vom afrikanischen Kontinent müssen oft nicht nur «zeitgenössisch», sondern auch «afrikanisch» sein, um im internationalen, aber weiter westlich dominierten Kunstbetrieb Anerkennung zu erhalten. Aus einer postkolonialen und gendertheoretischen Perspektive argumentiert die Autorin, dass diese Problematik im Kontext des tradierten Primitivismusdiskurses zu sehen ist. In einer differenzierten Ausstellungsanalyse fragt sie nach kritischen künstlerischen und kuratorischen Strategien der DAK’ART 2006 und entwickelt daraus Vorschläge für zeitgemäße kuratorische Ansätze.
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4. Postkoloniale Positionen? Die Biennale DAK’ART

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4. Postkoloniale Positionen? Die Biennale DAK’ART

Alle zwei Jahre kommen internationale Besucherinnen und Besucher zu Dakars Kunstereignis, um Neuheiten und Entwicklungen aufstrebender wie bereits bekannter Künstler_innen zu entdecken und zu verfolgen. Gleichzeitig reisen viele Kunstschaffende aus der Region, aus afrikanischen Ländern und aus der ganzen Welt an, um Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Ein Besuch der Biennale 2006 eröffnete dem Publikum, das eher selten aus Dakar selbst kam, unterschiedliche ästhetische Perspektiven: Malerei, Skulptur und Fotografie wurden ebenso wie Installation, Performance und Videoarbeiten in den historischen Gebäuden des Stadtzentrums inszeniert. Neben der offiziellen IN-Biennale findet jedes Mal parallel ein von einem unabhängigen Biennalebüro organisiertes OFF-Programm statt, das weit über hundert Kunstveranstaltungen, in ganz Dakar verteilt, präsentiert. Vom Zentrum bis in die Außenbezirke ebenso wie auf der ehemaligen Sklaveninsel Gorée werden in Galerien und Restaurants, aber genauso auf Baustellen oder in Schulen, künstlerische Projekte gezeigt. In den folgenden Abschnitten möchte ich meine Ankunft in Dakar und die ersten Eindrücke beschreiben und analysieren.

4.1 Städtische Rahmungen: Erste Eindrücke in Dakar

Wie die meisten der internationalen Biennale-Besucher_innen bin ich am Flughafen Léopold Sédar Senghor im Nordwesten der Stadt Dakar angekommen. Um die Ausstellungsgebäude der IN-Biennale, die im südlichen Zentrum situiert sind, zu erreichen, musste ich die Stadt mit dem Taxi durchqueren. Unweit vom Flughafen, im Außenbezirk Almadies Yoff, empfing mich eine große Plakattafel, die,...

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