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Die Getrennt- und Zusammenschreibung im Deutschen von 1700–1900

Untersuchungen von orthographischen Regelwerken und zeitgenössischem Schreibgebrauch

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Susan Herpel

Das Buch präsentiert einen Gesamtblick auf die Getrennt- und Zusammenschreibung im Deutschen von 1700–1900. Dazu hat Susan Herpel ein Analyseraster erarbeitet, das alle Wortartenbereiche einschließt. Dieses dient der Untersuchung der Getrennt-, Bindestrich- und Zusammenschreibung in orthographischen Regelwerken sowie Grammatiken und in Gebrauchstexten des Deutschen im 18. und 19. Jahrhundert. Die Ergebnisse setzt die Autorin zueinander und zur heute gültigen Orthographie in Relation. Entwicklungslinien der GZS werden so für alle Wortartenbereiche für die Zeit von 1700–1900 präzise beschrieben. Tabellarische Übersichten, die den zeitgenössischen Schreibgebrauch durch die Aufnahme aller für die GZS relevanten Textbelege dokumentieren, können außerdem online abgerufen werden.
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4.7 Vergleich der Regelungen zur GZS mit dem tatsächlichen Schreibgebrauch im 18. Jahrhundert

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4.7Vergleich der Regelungen zur GZS mit dem tatsächlichen Schreibgebrauch im 18. Jahrhundert

4.7.1Der substantivische Bereich

Die unter 4.6.1 beschriebenen Entwicklungstendenzen innerhalb der substantivischen GZS in Gebrauchstexten sollen im Folgenden mit den entsprechenden Regelungen in den Orthographien und Sprachlehren verglichen werden.

In den untersuchten Gebrauchstexten war für das 18. Jahrhundert eindeutig eine Abnahme der Bindestrichregelung erkennbar. Dass besonders am Beginn des Jahrhunderts die Schreibung mit Doppelbindestrich ein gängiges Schreibmuster darstellte, beweist auch die Tatsache, dass sich FREYER in seiner Orthographie vor allem mit diesem Phänomen kritisch auseinandersetzte. Er gibt zu, dass Komposita mit zwei substantivischen Konstituenten häufig mit Doppelbindestrich geschrieben werden, wendet sich im Prinzip jedoch gegen eine durchgängige Verwendung dieses Schreibmusters und generalisiert Fälle, so wie ADELUNG, aber auch GOTTSCHED und HEYNATZ, in denen ein Gebrauch des signum diuisionis sinnvoll erscheint. Vergleicht man ADELUNGs Regelanweisungen für den „Gebrauch des Bindezeichens“ (vgl. ADELUNG, 1788, 334 ff.) mit den Beispielen aus den Gebrauchstexten von 1780–1800, werden sowohl Übereinstimmungen als auch Unterschiede deutlich. ADELUNG fordert die Nutzung des Doppelbindestrichs u. a. bei hybriden Wortbildungskonstruktionen und Komposita, die aus zwei Fremdwörtern bestehen. Dieser Regel entsprechende Beispiele aus den Gebrauchstexten sind: Conferenz=Referendär, Text 14/ Theater=Coups, Text 15/ Staats=Rechen=Canzley, Bürger=Memorial, Text 16). Allerdings sind in diesen Fällen auch Beispiele für Zusammenschreibungen in den Gebrauchstexten um diese Zeit nachweisbar (Staatssecretair, Text 15/ Staatsraison, Text 16). Weitere Beispiele für Schreibungen mit Doppelbindestrich...

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