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Der Sportverein im Vereins- und Steuerrecht

Die Folgen des Bestehens einer Profisportabteilung innerhalb eines eingetragenen Vereins aus vereinsrechtlicher und steuerrechtlicher Sicht am Beispiel des Profifußballs

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Morten Dibbert

Im Buch wird der Frage nachgegangen, ob die Rechtsform des eingetragenen Vereins in der Bundesliga noch angemessen ist. Obwohl sich der Profifußball in den letzten Jahrzehnten zu einer milliardenschweren Unterhaltungsindustrie entwickelt hat, sind in Deutschland noch immer einige Teilnehmer der Bundesliga als eingetragene Vereine organisiert. Diese Rechtsform haben sie zum Ende des 19. bzw. zum Beginn des 20. Jahrhunderts gewählt und seither nicht verändert. Der Autor zeigt auf, dass aus vereinsrechtlichen und steuerrechtlichen Gründen die Rechtsform zwingend geändert werden muss. Auf Basis der Ergebnisse dieser Verstöße entwickelt er einen Lösungsvorschlag. Durch steuerneutrale Umwandlung ist ihm zufolge eine Heilung der Rechtsverstöße möglich.
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Kapitel 1 Einleitung und Gang der Untersuchung

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Derzeit gibt es viele Berichte und Diskussionen über die immer größer werdenden wirtschaftlichen Ausmaße des Fußballs im Allgemeinen und der Bundesliga in Deutschland im Speziellen. Nach jeder Saison kann die Deutsche Fußball Liga (DFL) neue Rekordzahlen beim Umsatz oder den Zuschauerzahlen vermelden. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass einige an der Bundesliga teilnehmende Klubs noch immer als eingetragene Vereine organisiert sind. Wie das Beispiel des Hamburger SV (HSV) oder des VfB Stuttgart zeigt, gibt es Bestrebungen die Rechtsform der Lizenzspielerabteilung zu ändern.1 Diese Änderung der Rechtsform wird in den genannten Fällen häufig mit finanziellen Aspekten begründet, jedoch existieren auch zwingende gesetzliche Gründe für diesen Schritt. Der eingetragene Verein ist nach der in dieser Arbeit vertretenen Ansicht nicht mehr die zeitgemäße Rechtsform für Sportvereine mit Umsätzen im zwei- oder dreistelligen Millionenbereich.

I. Entwicklung des Vereinsrechts

Die heutige Formulierung des § 21 BGB beinhaltete das BGB schon bei seinem Inkrafttreten am 01.01.1900.2 Darüber hinaus gab es auch damals die Abgrenzung zwischen nichtwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Vereinen (§§ 21, 22 BGB). Bis zum heutigen Tag hat sich weder an der Formulierung des § 21 BGB noch an der Unterteilung in zwei Vereinsklassen etwas geändert. Auf Basis des § 21 BGB in der im Reichsgesetzblatt 1896 veröffentlichten Fassung wurden viele Vereine der Bundesliga gegründet3, wenn sie nicht schon vorher aufgrund von Landesrecht bestanden. Somit hat sich an der rechtlichen Grundlage für die Vereine seit über...

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