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Das Ehegattensplitting

Eine soziologische Analyse zur monetären Ressourcenverwaltung in der Ehe und zum Halbteilungsgrundsatz

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Petra Eden

Im Buch wird der Frage nachgegangen, ob das im Jahr 1958 eingeführte Ehegattensplitting im Zuge des gesellschaftlichen Wandels heute noch zeitgemäß ist und den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts an den sog. Halbteilungsgrundsatz gerecht wird. Dazu zeigt die Autorin die rechtlichen Grundlagen und die historische Entwicklung der Ehegattenbesteuerung sowie die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe bei Einführung des Ehegattensplittings auf. Sie exploriert 47 Einkommensteuerfälle von miteinander verheirateten Paaren, ergänzt diese durch standardisierte Nachfragen und kommt zu dem Ergebnis, dass das Ehegattensplitting nicht mehr der aktuellen gesellschaftlichen Realität entspricht. Dies wird auch durch die Analyse der Paartypen bei der Verwaltung ihrer monetären Ressourcen bestätigt. Auch der Halbteilungsgrundsatz lässt sich insbesondere bei der Verwaltung des Vermögens nicht bestätigen.
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3 Die Entwicklung von Familie und Partnerschaften seit Einführung des Ehegattensplittings

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Da die Kritik am Ehegattensplitting insbesondere auch daran anknüpft, das Ehegattensplitting werde dem zwischenzeitlichen gesellschaftlichen Wandel nicht gerecht und sei heute nicht mehr zeitgemäß (u.a. Spangenberg 2005; Vollmer 1998), wird nachfolgend zunächst der Frage nachgegangen, wie sich Familien und Partnerschaften seit Einführung des Gesetzes im Jahr 1958 entwickelt haben.

3.1 Ursachen und Kennzeichen für einen gesellschaftlichen Wandel

Seit den 1960er Jahren hat ein sozialer Wandel von Familien- und Partnerschaftsformen stattgefunden, der im Ergebnis nicht zu einer totalen Abkehr von der Familie, sondern zu einer Problematisierung bestimmter, historisch vorgegebener Lebensentwürfe geführt hat (Herrmann 2002: 114ff.). Die Ehe, die in den 1950er und 1960er Jahren kulturelle Selbstverständlichkeit war (Lenz 2006: 13), verlor an normativer Verbindlichkeit und Symbolwert (Lenz 2006: 14) und verliert ihre Monopolstellung (Tyrell 1988: 151; Sieder 1987: 278) als einzige legitime Form der Geschlechterbeziehung (Lenz 2006: 13).

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