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Das Ehegattensplitting

Eine soziologische Analyse zur monetären Ressourcenverwaltung in der Ehe und zum Halbteilungsgrundsatz

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Petra Eden

Im Buch wird der Frage nachgegangen, ob das im Jahr 1958 eingeführte Ehegattensplitting im Zuge des gesellschaftlichen Wandels heute noch zeitgemäß ist und den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts an den sog. Halbteilungsgrundsatz gerecht wird. Dazu zeigt die Autorin die rechtlichen Grundlagen und die historische Entwicklung der Ehegattenbesteuerung sowie die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe bei Einführung des Ehegattensplittings auf. Sie exploriert 47 Einkommensteuerfälle von miteinander verheirateten Paaren, ergänzt diese durch standardisierte Nachfragen und kommt zu dem Ergebnis, dass das Ehegattensplitting nicht mehr der aktuellen gesellschaftlichen Realität entspricht. Dies wird auch durch die Analyse der Paartypen bei der Verwaltung ihrer monetären Ressourcen bestätigt. Auch der Halbteilungsgrundsatz lässt sich insbesondere bei der Verwaltung des Vermögens nicht bestätigen.
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4 Theorien zu den ehelichen Machtverhältnissen

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Mit den unterschiedlichen Leitbildvorstellungen in der Paarbeziehung sind auch unterschiedliche Machtverhältnisse verbunden, die in der Soziologie ebenfalls diskutiert werden (Wimbauer 2003; Stalb 2000). Da das bürgerliche Familienmodell der Hausfrauenehe insbesondere wegen der ökonomischen Abhängigkeit der Ehefrau von ihrem Ehemann kritisiert wird (u.a.: Wimbauer 2006: 137; Pfau-Effinger 1998: 171; Bock 1987; Eckert 1979: 241) und das Ehegattensplitting das Leitbild des Ernährermodells als familiales Erwerbsmuster fördern soll (u.a. Spangenberg 2005: 24; Dingeldey 2000: 15), werden die grundlegenden Theorien zu den ehelichen Machtverhältnissen nachfolgend dargestellt.

4.1 Die Familienstrukturtypologie von Herbst (1952, 1954)

Herbst geht in seiner Untersuchung von der Annahme aus, dass das Ehe- und Familienleben ein Verhaltensfeld ist. Dieses Verhaltensfeld wird von den Dimensionen der Aktivität und der Entscheidungen bestimmt, wobei als Macht die Fähigkeit definiert wird, die Entscheidungsdimension zu kontrollieren. Er untersucht, wer in den familiären Bereichen „Haushalt“, „Kinderbetreuung“, „Soziales“ und „Ökonomie“ die Aktivitäten ausführt und wer darüber entscheidet.

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