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Die Familie der Fürstin

Die herzoglichen Häuser der Pommern und Sachsen im 16. Jahrhundert: Erziehung, Bücher, Briefe

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Dörthe Buchhester

Die Familie der Fürstin beschreibt das Wirken Marias von Sachsen (1515–1583) als Herzogin von Pommern im Kreis ihrer Kernfamilie hinsichtlich der Erziehung ihrer Kinder, des Aufbaus der ersten nachgewiesenen pommerschen Hofbibliothek und des weitgespannten Netzwerks von Korrespondenzen. Bezogen auf die Bereiche Erziehung, Bücher und Briefe werden die Handlungsspielräume einer bisher kaum wahrgenommenen Fürstin im Reformationszeitalter in ihrem Wirken für ihre Familie transparent. Dabei arbeitet Dörthe Buchhester unter anderem die Möglichkeiten eigenhändiger weiblicher Korrespondenz unter Anwendung der Systemtheorie von Niklas Luhmann heraus.
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1. Zwei Dynastien – eine Familie: Greifen und Ernestiner

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1.Zwei Dynastien – eine Familie: Greifen und Ernestiner

1.1Das Familienporträt: der Greifswalder Croÿ-Teppich

Im Jahre 1556 wurde ein Gobelin fertig gestellt, der bis heute die Betrachter, die ihn im Pommerschen Landesmuseum Greifswald im gewebeschonenden Halbdunkel ansehen, in seinen Bann zu ziehen vermag1. Durch das Vermächtnis Ernst Bogislaws von Croÿ in den Besitz der Universität Greifswald gelangt2, ist er heute der Glanzpunkt einer Dauerausstellung zur pommerschen Geschichte. Dieser heute als Croÿ-Teppich bekannte monumentale Wandteppich, der im Nachlassinventar Philipps I. von Pommern vom 25. Februar 1560 als Die Tauffe Christi mit den Sechsischen und Pommerischen Herrn auch der gelarten Konterfey, zu Stettin gemacht aufgeführt ist3, unterlag vielfältigen Interpretationen4. In der neueren Forschung wird der Teppich vor allem als reformatorisches Bekenntnisbild verstanden5. Noch deutlicher wird die Aussage des Teppichs, wenn man ihn beschreibt als ein Bekenntnisbild im Rahmen der dynastischen Verbindung des pommerschen Herzogshauses mit den ernestinischen Kurfürsten infolge der Torgauer Hochzeit von 15366, der Eheschließung Philipps I. von Pommern mit Maria von Sachsen, einer Schwester des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrichs des Älteren, genannt der Großmütige. Maria, geboren 1515, entstammt der (zweiten) Ehe Johanns des Beständigen von Sachsen mit Margarethe von Anhalt. Johann Friedrich der Großmütige, der spätere Kurfürst, stammt dagegen aus der (ersten) Ehe Herzog Johanns mit Sophie von Mecklenburg, einer Nichte Bogislaws X. von Pommern7. ← 17 | 18 →

In der Mitte des Teppichs befindet sich Luther, der von einer...

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