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Die Familie der Fürstin

Die herzoglichen Häuser der Pommern und Sachsen im 16. Jahrhundert: Erziehung, Bücher, Briefe

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Dörthe Buchhester

Die Familie der Fürstin beschreibt das Wirken Marias von Sachsen (1515–1583) als Herzogin von Pommern im Kreis ihrer Kernfamilie hinsichtlich der Erziehung ihrer Kinder, des Aufbaus der ersten nachgewiesenen pommerschen Hofbibliothek und des weitgespannten Netzwerks von Korrespondenzen. Bezogen auf die Bereiche Erziehung, Bücher und Briefe werden die Handlungsspielräume einer bisher kaum wahrgenommenen Fürstin im Reformationszeitalter in ihrem Wirken für ihre Familie transparent. Dabei arbeitet Dörthe Buchhester unter anderem die Möglichkeiten eigenhändiger weiblicher Korrespondenz unter Anwendung der Systemtheorie von Niklas Luhmann heraus.
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3. Geschlechtsspezifische Erziehung: die Fürstentöchter

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Um Aussagen zur geschlechtsspezifischen Unterweisung der fürstlichen Frauen treffen zu können, ist wiederum sehr breit in den Quellen zu suchen315. Nur so lässt sich die Verlustgeschichte316 dieser spezifischen weiblichen Lebenswelt ansatzweise erfassen und mosaikartig zusammenfügen.

Bis zu den 1530er Jahren lassen sich nur vereinzelte Aussagen zum Bildungsstand der pommerschen Herzoginnen treffen. Für die meisten von ihnen lässt sich die Befähigung zum Lesen und Schreiben in der Volkssprache feststellen. Bogislaws Mutter Sophia besaß ihrem Nachlassinventar zufolge einige teils kostbare Gebetbücher317 sowie ene lade myt boken318, ohne deren Inhalt preiszugeben. Da Bücher zu der Besitzmasse zählen, die immer an die Stammlinie zurückfallen319, handelt es sich hier wohl um den Privatbesitz der Herzogin. Zur Nutzung der Bücher durch Bogislaws Mutter Sophia ist festzuhalten, dass neben dem Hinweis auf Buchbesitz im 1497 aufgenommenen Nachlass der Herzogin ein Autograph vorliegt.320 Zur Erziehung von Bogislaws erster Frau, Margarethe von Brandenburg, ist nichts bekannt. Für seine zweite Frau, Anna von Polen, gilt die mit der Herkunft aus dem humanistischen Einflüssen offen stehenden Jagiellonengeschlecht verbundene Vermutung einer guten Erziehung, doch fehlen dafür die Belege321. Auch zur Ausbildung von Herzog Georgs erster Frau ← 79 | 80 → Amalie von der Pfalz ist nichts bekannt, die wenigen vorliegenden Briefe sind keine Autographen322. Eine Ausbildung Amalies in den Grundfähigkeiten des Lesens und Schreibens kann mit Hinblick auf die Situation am Heidelberger Hof jedoch vermutet werden323.

Zur Erziehung von Bogislaws Töchtern...

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