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Die Familie der Fürstin

Die herzoglichen Häuser der Pommern und Sachsen im 16. Jahrhundert: Erziehung, Bücher, Briefe

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Dörthe Buchhester

Die Familie der Fürstin beschreibt das Wirken Marias von Sachsen (1515–1583) als Herzogin von Pommern im Kreis ihrer Kernfamilie hinsichtlich der Erziehung ihrer Kinder, des Aufbaus der ersten nachgewiesenen pommerschen Hofbibliothek und des weitgespannten Netzwerks von Korrespondenzen. Bezogen auf die Bereiche Erziehung, Bücher und Briefe werden die Handlungsspielräume einer bisher kaum wahrgenommenen Fürstin im Reformationszeitalter in ihrem Wirken für ihre Familie transparent. Dabei arbeitet Dörthe Buchhester unter anderem die Möglichkeiten eigenhändiger weiblicher Korrespondenz unter Anwendung der Systemtheorie von Niklas Luhmann heraus.
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2. und schreib uns bald antwort: die Briefe Marias von Sachsen

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2.und schreib uns bald antwort: die Briefe Marias von Sachsen

Briefe eröffnen für die fürstlichen Frauen die Möglichkeit, ihre Stimme über den eigenen Hof hinauszutragen. In der Korrespondenz der Maria von Sachsen geht es nun darum, der Stimme einer Ehefrau, Mutter und Witwe nachzuspüren. Dazu müssen die Spezifika ihrer Korrespondenz aufgedeckt werden. Neben den äußeren Bedingungen ihres Schreibens stellt sich die Frage nach Korrespondenzpartnern und Netzwerken: Wem schreibt sie über welche Zeiträume hinweg? Welche Funktionen haben ihre Briefe, mit welchen Themen beschäftigen sie sich? Als Vergleichsbeispiele werden zwei Fürstinnen herangezogen, deren Korrespondenzen gut überliefert sind. Zum einen handelt es sich um die bereits erwähnte Elisabeth von Rochlitz, die als Witwe mit ihrem Territorium dem Schmalkaldischen Bund beitrat und in Rochlitz die Reformation einführte1147, zum anderen um die als Reformationsfürstin bekannte Elisabeth von Braunschweig-Calenberg. Ich habe sie gewählt, da beide Frauen aus demselben Reformationshintergrund kommen wie Maria und zahlreiche Briefe hinterließen, die weit gefächerte Netzwerke und Kommunikationsachsen erkennen lassen1148. Außerdem beschäftigten sich beide mit religiösen und politischen Fragen in ihren Korrespondenzen, womit wieder die Frage einhergeht, was fürstliche Frauen in ihren Briefen sagen können und dürfen.

2.1Quellen und Überlieferung

Basis der vorliegenden Untersuchung sind 106 Briefe Marias von Sachsen aus den Archiven Greifswald, Weimar und Dessau1149, die im Folgenden anhand des aufgestellten Fragenkatalogs untersucht werden. Dabei werden zunächst die Spezifika des vorliegenden...

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