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Die Familie der Fürstin

Die herzoglichen Häuser der Pommern und Sachsen im 16. Jahrhundert: Erziehung, Bücher, Briefe

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Dörthe Buchhester

Die Familie der Fürstin beschreibt das Wirken Marias von Sachsen (1515–1583) als Herzogin von Pommern im Kreis ihrer Kernfamilie hinsichtlich der Erziehung ihrer Kinder, des Aufbaus der ersten nachgewiesenen pommerschen Hofbibliothek und des weitgespannten Netzwerks von Korrespondenzen. Bezogen auf die Bereiche Erziehung, Bücher und Briefe werden die Handlungsspielräume einer bisher kaum wahrgenommenen Fürstin im Reformationszeitalter in ihrem Wirken für ihre Familie transparent. Dabei arbeitet Dörthe Buchhester unter anderem die Möglichkeiten eigenhändiger weiblicher Korrespondenz unter Anwendung der Systemtheorie von Niklas Luhmann heraus.
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3. Das mich e. l. mit irer hantschrift besuchen wolle[n]: eigen­hän­di­­ge Schreiben in der Fürstenfamilie

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3.Das mich e. l. mit irer hantschrift besuchen wolle[n]: eigenhändige Schreiben in der Fürstenfamilie

Der Brief wird auch als »Gespräch unter Abwesenden« verstanden,1327 ersetzt er doch angeblich die körperliche Anwesenheit des Absenders1328. Michael Beer spricht hier von der kommunikativen Funktion des Briefes – man glaubt, sich mit Hilfe des Briefes über die räumliche Entfernung hinwegsetzen zu können.1329 Georgia von Pommern wundert sich in einem Schreiben an ihre Brüder, die Fürsten von Anhalt, das mich e. l. nicht witer mit e. l. schreiben besuchet hat,1330 und macht damit den Ersatzcharakter des Briefes für die persönliche Begegnung überdeutlich.

Der Vorgang sei kurz aus der Perspektive der Prinzessin geschildert: Pfingsten sei ein Bote aus Anhalt gekommen, dem sie einen Brief an die Brüder mitgegeben habe. Sie sei sich wissentlich keiner Schuld gegenüber den Brüdern bewusst, stelle sich aber die Frage, ob diese auf sie böse seien. Schließlich hätten sie nun lange nichts voneinander gehört und nun könne sie es nicht unterlassen, die Brüder mit meim schreiben zu besuchen, auch wenn sie befürchte, diese hätten sie vergessen gelich als wer ich e. l. schwester nicht eines. In den folgenden Zeilen macht sie ihrem Unmut Luft: den ich kann nicht wissen, och ich es e. l. zur hoffart aus legen sol oder nicht, oder e. l. sunst so nach lessich sin oder wie wie es einne gestalt hat.1331...

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