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Romantische Künstlerfiguren in der Prosa von Peter Härtling

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Maciej Ganczar

Maciej Ganczar beschäftigt sich in seinem Buch mit den romantischen Künstlerfiguren Peter Härtlings, die seiner Meinung nach ihrer Epoche weit voraus sind und deren Gemeinsamkeiten mit denjenigen der Moderne auf einen neuen universalen Künstlertypus schließen lassen. Hierzu gehören Entfremdung, Einsamkeit, Weltfremdheit und Spaltung. Der Härtlingsche Künstler gerät in Sprach-, Existenz- und Ich-Krisen. Darüber hinaus weist Ganczar auch die Gemeinsamkeiten zwischen dem Autor Härtling und seiner jeweiligen Künstlerfigur nach: Beide werden zum Außenseiter, die sich wegen der äußeren sowie inneren Faktoren entweder auf die Wanderschaft begeben oder den Weg nach innen einschlagen.
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1. Leben und Schaffen Peter Härtlings

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1.1. Kinder- und Jugendzeit

Geboren wird Peter Härtling im Jahr der Machtergreifung am 13. 11. 1933 in Chemnitz. Acht Jahre lang wächst er in Hartmannsdorf bei Chemnitz auf, wo sein Vater eine Rechtsanwaltskanzlei unterhält. Im Jahre 1941 ziehen seine Eltern nach Olmütz (Mähren) in die Tschechoslowakei ins damalige Protektorat um, wo der Vater zunächst seine Rechtsanwaltstätigkeit fortsetzt und sich dem direkten Zugriff der Nazis zu entziehen versucht. Obwohl der Vater unter schweren Herzproblemen leidet, wird er doch in die Wehrmacht eingezogen. Die ersten Jahre seines Lebens verbringt Härtling also „im Schatten des Hakenkreuzes“28. In der ersten Klasse der Oberschule lernt er die Lebensläufe Adolf Hitlers, des Reichmarschalls Hermann Göring und die Geschichte des Protektorats kennen. „Mit zehn Jahren, 1943, musste ich für eine Prüfung einen Aufsatz über Adolf Hitlers Leben und Werk schreiben.“29 In dieser Zeit lernt Härtling die Literatur des Nationalsozialismus kennen. So lernt er Gedichte von dem Dichter und Jugendschriftsteller, Maler und Buchillustrator Robert Reinick auswendig, liest Das harte Geschlecht (1931) von Wilhelm Vesper und Volk ohne Raum (1926) von dem Vorzeigeautor des NS-Regimes Hans Grimm. Schon als ein zehnjähriger Junge erfährt er die Grausamkeiten des II. Weltkrieges: „Ich habe als Zehnjähriger drei Namen gekannt: Auschwitz, Dachau und Mauthausen.“30 Er hört von der Theresienstadt31 und dem Lager, in das Freunde seiner Eltern und seiner tschechischen Verwandten kommen. Den Jungen ziehen faschistische Rituale: „Fahnen hissen,...

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