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Romantische Künstlerfiguren in der Prosa von Peter Härtling

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Maciej Ganczar

Maciej Ganczar beschäftigt sich in seinem Buch mit den romantischen Künstlerfiguren Peter Härtlings, die seiner Meinung nach ihrer Epoche weit voraus sind und deren Gemeinsamkeiten mit denjenigen der Moderne auf einen neuen universalen Künstlertypus schließen lassen. Hierzu gehören Entfremdung, Einsamkeit, Weltfremdheit und Spaltung. Der Härtlingsche Künstler gerät in Sprach-, Existenz- und Ich-Krisen. Darüber hinaus weist Ganczar auch die Gemeinsamkeiten zwischen dem Autor Härtling und seiner jeweiligen Künstlerfigur nach: Beide werden zum Außenseiter, die sich wegen der äußeren sowie inneren Faktoren entweder auf die Wanderschaft begeben oder den Weg nach innen einschlagen.
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2. Peter Härtlings Künstlerbiographien

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2.1. Härtlings Annäherungen an seine Künstler

Peter Härtling fühlt sich sehr eng mit Romantikern verbündet und verwandt. Seine Affinität zum Zeitalter der Romantik und des Biedermeiers kommt vor allem dadurch zum Ausdruck, dass der von ihm zu der Erzählfigur seiner Künstlerbiographie ausgewählte Künstler eben in den erwähnten Epochen gelebt und geschaffen hat. Der Künstler der Romantik- und Biedermeierzeit wird zur Erzählfigur, seine Epoche, seine Einstellung zu der Umwelt, in der er zu wirken hatte, aber auch die Einstellung der Umwelt zu ihm werden in den Romanen mal in allen Einzelheiten mal nur knapp dargestellt. Geschildert wird in den Künstlerbiographien der Künstler in seiner Zeit, seine Kunst- und Weltauffassung. Vermittelt bekommt der Leser das Verhältnis zwischen dem Künstler und der Gesellschaft. Thematisiert werden die Motive des menschlichen Fremdseins und des Außenseitertums.

Härtlings Kindheit erinnert ihn an die seiner Künstler, die er sich zu Protagonisten wählt. Der frühe Vaterverlust – im Februar 1943 muss der Vater in den Krieg und kurz darauf in die Kriegsgefangenschaft, wo er 1945 stirbt – ruft bei ihm die Assoziationen mit dem frühen Verlust des Vaters von Friedrich Hölderlin, Eduard Mörike oder Robert Schumann hervor. Genauso wie seine Erzählfiguren verliert er damit den Zugang zu der Männerwelt. Die Frauenherrschaft gewinnt dann an Bedeutung: „Ich würde schon behaupten wollen, dass ich, bis in meine Berufsjahre...

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