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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.
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2 Eine beschwerliche Zugfahrt und was davor geschah

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Wenige Wochen später befand Hanna sich im Zug nach Wiesbaden. Mehrere Treffen mit Dr. Rudolf de le Roi und Dr. Günther Haase waren dem ersten gefolgt, lange Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und Vorbereitungen getroffen worden.

Energisch und engagiert, mit der ihr eigenen Überzeugungskraft hatte Hanna sich an die Umsetzung des Vorhabens begeben. Die dafür notwendige Lizenz war beim Collecting Point, der für Kultur und Kunst zuständigen Einrichtung der Besatzungsbehörde, zu beantragen. Persönlich hatte sie in Wiesbaden zu erscheinen.

Dem am 5. März erlassenen „Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus“ hatte auch sie sich stellen müssen und den Erfassungsbogen zur Entnazifizierung erhalten. „Hanna Bekker, Malerin, Hofheim“ hatte sie geschrieben. Noch während des Ausfüllens hatte sich ihr Unabhängigkeitsdrang zu Wort gemeldet, ihr Widerspruchsgeist sich gegen diese Art der Kontrolle gewehrt.

Wie das schon klang: „Entnazifizierung“, so als könne man das Denken in den Köpfen der Menschen von etwas säubern, wie man Räume desinfiziert. Das konnte wohl auch ein mehrseitiger Fragebogen nicht leisten!

Zweifelhaft war ihr das ganze Unterfangen erschienen. Ob die Amerikaner wirklich glaubten, nationalsozialistisches Gedankengut auf diese Weise herausfiltern, Vergangenes bewältigen zu können, indem sie jeden, aber auch wirklich jeden zu befragen versuchten?

War nicht ihr Handeln zur Zeit des Nationalsozialismus, ihr Eintreten für Verfemte und Verfolgte Beleg genug? Vermochte nicht das Handeln besser Auskunft zu...

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