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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.
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20 Ernst Ludwig Kirchner und die „Brücke“

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20 Ernst Ludwig Kirchner und die Brücke

Im November 1947 besuchte der Schriftsteller Max Frisch zum zweiten Mal nach dem Krieg die Stadt Frankfurt. Seine Eindrücke und Gedanken anlässlich dieses Besuchs hielt der Schweizer in seinem Tagebuch fest. Er schrieb: „Im Ganzen, wenn ich mich nicht täusche, geht es etwas besser als vor einem Jahr. Nicht viel. Oder hat man sich einfach an die Trümmer gewöhnt? An den Kiosken gibt es Zeitungen. Die Menschen sehen eher schlechter aus. Die Not hat an Abenteuer verloren. Alltag, es ist nicht abzusehen, was kommen soll. Eine gewisse Hoffnung, die der Zusammenbruch ausgelöst hat, wird schäbig wie die letzten Kleider. Ich lese Plakatwände: Aufrufe für das Goethehaus, ein Vortrag über Buddhismus, ein Kurs für englische Sprache, ein Kabarett, ringsum eine Wüste von kleinen Anfragen: Gesucht ein Zimmer in Stadtnähe. Und immer wieder wer kann Auskunft geben über meinen Sohn.“310 Tatsächlich meldet die „Frankfurter Rundschau“ Ende 1947 „die Fertigstellung von mehreren hundert Wohnungen und Einfamilienhäusern sowie von rund 1.500 Büroräumen. Von kurzen Unterbrechungen Ende Januar bis Anfang Februar 1948 abgesehen, wurde seit Herbst 1947 an dutzenden Stellen im Stadtgebiet gebaut.“311

Dieser Aufbauvorsprung gegenüber den anderen Städten war durch den zentralen Verwaltungssitz des vereinigten Wirtschaftsgebietes in Frankfurt bedingt, der auch andere politische, wirtschaftliche und auch kirchliche Interessensverbände dazu veranlasste, sich nach Frankfurt zu orientieren. Bahn- und Postdirektion...

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