Show Less
Restricted access

Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.
Show Summary Details
Restricted access

24 Die Sammlung Guggenheim im Frankfurter Kunstkabinett

Extract

| 317 →

24 Eine neue Formensprache – die Sammlung Guggenheim im Kunstkabinett

Währenddessen hatte eine andere Ausstellung in einigen deutschen Städten großes Aufsehen erregt und die Gemüter nicht nur der Journalisten und Kunstkritiker erhitzt.

Was von den einen als „Dreck“ bezeichnet wurde, hatte andere veranlasst, lange Fahrten in überfüllten, unregelmäßig fahrenden Zügen in Kauf zu nehmen. Kunsthungrig wie die Menschen waren, hatten sie bei fünfundzwanzig Grad Kälte schon im zurückliegenden Winter weite Wege auf sich genommen, um aus den verschiedensten Ecken Deutschlands nach Augsburg zu gelangen und „die Werke zu bestaunen, die sie zwölf Jahre lang nicht sehen durften.“396 Es war die Ausstellung „Gegenstandslose Malerei aus Amerika, Sammlung S. R. Guggenheim, New York“, von der deutschen Malerin Hilla von Rebay für eine Tournee durch Deutschland zusammengestellt, die die Kunstwelt in zwei Lager spaltete.

Die Verfechter der gegenstandslosen Malerei sahen sich‚ – kaum dass diese avantgardistische Kunstströmung im zerstörten, bis dahin auch kulturell isolierten Deutschland bekannt wurde‚ – den Bewunderern und Anhängern einer realistisch-gegenstandsbezogenen Darstellungsweise gegenüber und ihrem, oft unverhohlenen, zum Teil nationalistisch gefärbten Spott ausgesetzt. „Wie sollten auch die jungen SS-Männer, die vor neun Jahren noch in der „Entartete Kunst“-Ausstellung gefeixt hatten, mit einem Mal Anhänger der Avantgarde sein? „Eine Schweinerei! Verhöhnen die deutsche Kunst! Ausmerzung solcher Bilder!“ Das sind vergleichsweise harmlose Meinungen, die Besucher der Ausstellung „Malerei der Gegenwart …äußerten.“397

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.