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Das Gymnasium der Migrationsgesellschaft

Deutschförderung für mehrsprachige Schüler zwischen Zweit- und Bildungssprache

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Gerald Fischer

Spätestens seit der Jahrtausendwende befindet sich das Gymnasium in einer krisenhaften Umbruchphase. Gerald Fischer beleuchtet eine bislang vernachlässigte Facette jenes Wandlungsprozesses, nämlich den wachsenden Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf den Schulalltag des Gymnasiums? Welche Besonderheiten gymnasialen Unterrichts erklären den geringeren Bildungserfolg mehrsprachiger Schüler mit nichtdeutscher Erstsprache? Wie muss ein Förderkonzept aussehen, das die Erwerbsbedingungen von Deutsch als Zweitsprache berücksichtigt? Auf diese Fragen gibt das Buch u. a. anhand von Sonderauswertungen amtlicher Statistiken und Jahrgangsstufenarbeiten, sowie eigener Sprachstandserhebungen und Expertenbefragungen Antworten.
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4. Mehrsprachige Schüler in der gymnasialen Unterstufe: Perspektiven zur Förderung ihrer schriftsprachlichen Deutschkenntnisse

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„Es gibt schöne Wörter im Deutschen. […] Ich ist das schönste Wort. Und Lehrer. Ich will eine Lehrerin sein sein sein.“ (Iqra: Wörter)

In diesem Gedicht einer Jugendlichen mit Migrationshintergrund751 schwingt Begeisterung für Sprache mit, die man als Idealzustand für das Zweitsprachenlernen bezeichnen kann. Gleichzeitig sollte es aber auch als Appell an alle gymnasialen Lehrkräfte verstanden werden, diese Begeisterung so weit wie möglich durch geeignete Fördermaßnahmen zu unterstützen. Bislang geht die Gymnasial- didaktik nämlich noch zu einseitig von schriftsprachlichen Kompetenzen auf muttersprachlichem Niveau aus, an die unterrichtliche Lernprozesse anknüpfen können. Das Thema „DaZ-Förderung am Gymnasium“ befindet sich derzeit noch weitgehend im „wissenschaftlichen Niemandsland“.752

Da aber auch im Gymnasium das mehrsprachige Klassenzimmer gerade in Großstädten immer häufiger den Regelfall darstellt, ist es an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie man auf diese veränderten Realitäten angemessen reagieren und Schüler in ihrem Zweitspracherwerb unterstützen kann. Das „gymnasiale Lernhaus“ müsste renoviert bzw. um einen weiteren Raum erweitert werden, um die zahlreichen neuen Mitglieder der Schulfamilie mit nichtdeutscher Erstsprache adäquat aufnehmen zu können. Zu diesem Zweck werden am Beispiel der Unterstufe Perspektiven zur gymnasialen Zweitsprachenförderung erläutert, wobei die Verbesserung schriftsprachlicher Kompetenzen im Vordergrund steht. Nunmehr wird also Leitfrage 3 dieser Arbeit behandelt (s. Kap. 1).

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