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Im Garten der Texte

Vorträge und Aufsätze zur italienischen Literatur

Series:

Hans Felten

Edited By Franziska Andraschik

Der vorliegende Band umfasst fünfzehn Arbeiten des Aachener Romanisten Hans Felten. Mit unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden betrachtet er die italienische Literatur- und Kulturgeschichte. Das Spektrum reicht von der klassischen geistes- und theologiegeschichtlich orientierten Lectura Dantis über intertextuelle und metafiktionale Untersuchungen am Beispiel der Vita Alfieris, über Diskursanalysen von Da Pontes Don Giovanni und die lettura plurale eines Calvino-Textes bis hin zu intertextuellen Untersuchungen von Tabucchis Erzählungen und der Skizze einer lettura «gender» am Beispiel eines historischen Romans einer zeitgenössischen sizilianischen Autorin.
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Hans Felten/Uta Felten: ,Traumspiel‘ mit Texten. Zu Antonio Tabucchis Erzählung Il gioco del rovescio

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Hans Felten/Uta Felten: ‚Traumspiel‘ mit Texten Zu Antonio Tabucchis Erzählung Il gioco del rovescio

Da arte näo há despertar, porque nela náo dormimos, embora sonhássemos.

Fernando Pessoa

Unter den zeitgenössischen italienischen Erzählern, die eine zu oberflächlichen Etikettierungen neigende Kritik zu den giovani scrittori rechnet, kommt Antonio Tabucchi eine besondere Rolle zu.1 Seine polyvalent angelegten Texte sind mit Versatzstücken und Erzählmustern aus der Höhenkamm- und der Trivialliteratur, aber auch mit Filmzitaten und mit modischen Philosophemen konstruiert. In ihnen wird gern die Technik eines eher diskontinuierlichen Erzählens verwandt, und sie sind häufig von einer ironisch-spielerischen Erzählhaltung her gestaltet. Sie stellen einen entschiedenen Bruch mit der neorealistischen und auch mit einer sich leicht in Sprachspielen verlierenden neoavantgardistischen Literatur dar. Mit anderen Worten: der Erzähler Tabucchi konstruiert seine Texte mit den Techniken, die man gemeinhin unter dem schon abgegriffenen Schlagwort des postmodernen Erzählens subsumiert. Er fügt sich dementsprechend nicht in die konventionellen Schemata der italienischen Literaturgeschichte ein und ist ähnlich wie der späte Calvino oder wie Eco ein Erzähler, der über Italien hinausblickt und sich an Materialien orientiert, wie sie ihm die antike sowie die französische, spanische, portugiesische, deutsche und auch die angelsächsische Literatur anbieten.

All diese Materialien werden bei ihm im Sinne einer markierten und unmarkierten Intertextualität verwandt. So zitiert z. B. in der Erzählung Piccoli equivoci senza importanza aus dem gleichnamigen Erz...

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