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Die Verwirkung im Individualarbeitsrecht

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Oliver Deeg

Oliver Deeg legt eine umfassende Arbeit über die Verwirkung im Individualarbeitsrecht vor. Nach der dogmatischen Grundlegung des Rechtsinstituts der Verwirkung wird für sämtliche Rechtsinstitute im Individualarbeitsrecht geprüft, ob und unter welchen Voraussetzungen diese verwirken können. Der Autor spannt den Bogen von der Anbahnung des Arbeitsverhältnisses, über die Verwirkung im bestehenden Arbeitsverhältnis, bis hin zu dessen Beendigung, von der betrieblichen Altersversorgung bis hin zur Prozessverwirkung. Dabei analysiert er eingehend die zahlreichen Gerichtsentscheidungen zur Verwirkung, strukturiert sie und entwirft auf dieser Basis einheitliche Leitlinien für die Verwirkung im Arbeitsrecht.
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Kapitel 2: Das Rechtsinstitut der Verwirkung

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Bevor ihre Anwendung im Einzelfall untersucht werden kann, ist auf die Verwirkung als Rechtsinstitut einzugehen. Aus Gründen der Klarheit sowie zur Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes ist zuerst auf die Terminologie der Verwirkung einzugehen.

Der Begriff der Verwirkung lässt sich sprachgeschichtlich bis ins Gemeingermanische zurückverfolgen. Dort war „verwirken“ (gotisch frawaúrkjan) mit der Bedeutung „schlecht handeln“, „etwas Böses tun“, „sich vergehen“ besetzt.13

Der Bedeutungsgehalt verschiebt sich im Althochdeutschen (firwirken) zu „verlieren“. Im Mittelhochdeutschen wurde „verwirken“ ebenfalls in der Bedeutung „verlieren“, aber auch „einfassen“ verwendet.14

In neuerer Zeit ist der Begriff des „Verwirkens“ erstmals im Frühneuhochdeutschen des 15. Jahrhunderts belegt. Im damaligen Sprachgebrauch bedeutet „verwirken“ insbesondere „sich ein Übel durch eigene Handlung zuziehen“, „verdienen“.15

Abseits vom juristischen Sprachgebrauch wird „verwirken“ derzeit in der Bedeutung „durch eigene Schuld einbüßen“, „sich verscherzen“ verwendet.16

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