Show Less
Restricted access

Gallienus

2., unveränderte Auflage

Michael Geiger

Gallienus herrschte auf dem Gipfel der «Krise des 3. Jahrhunderts». Eine Gesamtdarstellung aller Aspekte seiner Herrschaft stellt ein Desiderat der Forschung dar. Der Autor versucht dies unter Auswertung v. a. literarischer, numismatischer und epigraphischer Quellen. Zu umstrittenen chronologischen Fragen wird Stellung genommen. Unter Gallienus kam es zu wichtigen Weichenstellungen im militärisch-administrativen Bereich sowie auf dem Gebiet der Herrschaftsdarstellung. Dieser Kaiser ließ viele originelle Münztypen prägen und glich sich dabei verschiedenen Gottheiten an. Das Christentum erfuhr unter Gallienus erstmals offizielle Anerkennung. Somit hatte Gallienus an einem wichtigen Punkt der Römischen Geschichte eine Verbindungsfunktion inne.
Show Summary Details
Restricted access

5 Die Münzprägung

Extract

Die erste, im Jahr 253/41042 ausgegebene Emission der Münzstätte Rom mit einigen Goldprägungen stellt eher Valerian I. in den Vordergrund. VOTIS DECENNALIBVS zum Herrschaftsantritt wurde ausführlich berücksichtigt.1043 Konsularmünzen wurden geprägt mit PM TRP II COS PP (mit Virtus; zwischen August und Dezember 253) und TRP II COS II (mit Jupiter; für Gallienus ist diese Datierung irregulär). Es dominieren eher militärische Prägungen, besonders bei Gallienus: VIRTVS AVGG, VICTORIA AVGG, CONCORDIA EXERCITVS / AVGG / MILITVM, SECVRITAS AVGG, PAX AVGG, PROVIDENTIA AVGG, IOVI CONSERVA(tori), APOLLINI CONSERVA(tori) oder PROPVG(natori), MARTI PACIF(eri) oder PROPVG(na)T(ori) sowie SALVS AVGG.1044 Auch die eigentlich einer Augusta, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ernannt war, vorbehaltene VESTA findet für Gallienus Verwendung.1045

Auffällig ist das Vorhandensein von VICTORIA GERM(anica) und VICTORIAE AVGG IT(erum) GERM (mit Gefangenem),1046 allerdings nur für Valerian I. und mit nur jeweils einem nachweisbaren Stück. Vielleicht kam es zu sehr frühen Auseinandersetzungen mit Germanen oder die Münzen beziehen sich auf Erfolge Valerians I. aus seiner Zeit als Inhaber eines Sonderkommandos an oberer Donau und Rhein zum Zeitpunkt seiner Kaiserausrufung.

Zivile Motive tauchen für Gallienus deutlich seltener auf.1047 Falls nicht der Zufall der Überlieferung das Bild verzerrt, entsteht der Eindruck, dass Gallienus von seinem Vater zu diesem Zeitpunkt exklusiv für die Erfüllung militärischer Aufgaben vorgesehen war, aber an der Propagierung der positiven ← 200...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.