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Gallienus

2., unveränderte Auflage

Michael Geiger

Gallienus herrschte auf dem Gipfel der «Krise des 3. Jahrhunderts». Eine Gesamtdarstellung aller Aspekte seiner Herrschaft stellt ein Desiderat der Forschung dar. Der Autor versucht dies unter Auswertung v. a. literarischer, numismatischer und epigraphischer Quellen. Zu umstrittenen chronologischen Fragen wird Stellung genommen. Unter Gallienus kam es zu wichtigen Weichenstellungen im militärisch-administrativen Bereich sowie auf dem Gebiet der Herrschaftsdarstellung. Dieser Kaiser ließ viele originelle Münztypen prägen und glich sich dabei verschiedenen Gottheiten an. Das Christentum erfuhr unter Gallienus erstmals offizielle Anerkennung. Somit hatte Gallienus an einem wichtigen Punkt der Römischen Geschichte eine Verbindungsfunktion inne.
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10 Wirtschaftliche Entwicklung und Preissteigerungen in der Zeit des Gallienus

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Die Frage der wirtschaftlichen Entwicklung während des dritten Jahrhunderts und die Frage, ob im dritten Jahrhundert, vor allem in dessen zweiter Hälfte, eine umfassende Wirtschaftskrise herrschte, war in den letzten Jahren sehr umstritten.1684 Für die Zeit des Gallienus und insgesamt für das dritte Viertel des Jahrhunderts ist der Krisenbegriff jedoch auf alle Fälle anwendbar, wie auch der gegenüber diesem Begriff sonst optimistisch wertende Witschel zugesteht.1685

Auch in insgesamt weiter wohlhabenden Regionen herrschte offenbar eher Stagnation.1686 Es traten in jener Periode zu viele innere und äußere Probleme auf. Kaum eine Region blieb von Krieg verschont. Herrscherwechsel waren häufig, gescheiterte Thronaspiranten ebenso. Die Gefangennahme eines Herrschers war ein Novum, ebenso bei Decius neun Jahre zuvor der Tod eines Herrschers bei Auseinandersetzungen mit auswärtigen Gegnern. Mehrfrontensituationen wurden gerade in der hier behandelten Zeit die Regel. Diese Situation war für Rom bei geschwächten Ressourcen nur schwer zu ← 301 | 302 → bewältigen. Selbst Traian war in bedeutend günstigeren Zeiten am Ende seiner Regierungszeit an verschiedenen zeitgleichen Aufständen gescheitert. Spätestens mit Marc Aurel zeigten sich die Schwierigkeiten deutlich. Mitte des dritten Jahrhunderts musste die Bewältigung solcher Situationen noch ungleich schwerer fallen und zeigt durch die letztendliche Bewältigung dieser andauernden Krise doch auch die Stärke des Römischen Reiches.

Die Plünderungszüge von außen nahmen zu und waren größer angelegt als zuvor, wenngleich ihr Umfang auch nicht übertrieben werden darf. Die Franken waren...

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