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Gallienus

2., unveränderte Auflage

Michael Geiger

Gallienus herrschte auf dem Gipfel der «Krise des 3. Jahrhunderts». Eine Gesamtdarstellung aller Aspekte seiner Herrschaft stellt ein Desiderat der Forschung dar. Der Autor versucht dies unter Auswertung v. a. literarischer, numismatischer und epigraphischer Quellen. Zu umstrittenen chronologischen Fragen wird Stellung genommen. Unter Gallienus kam es zu wichtigen Weichenstellungen im militärisch-administrativen Bereich sowie auf dem Gebiet der Herrschaftsdarstellung. Dieser Kaiser ließ viele originelle Münztypen prägen und glich sich dabei verschiedenen Gottheiten an. Das Christentum erfuhr unter Gallienus erstmals offizielle Anerkennung. Somit hatte Gallienus an einem wichtigen Punkt der Römischen Geschichte eine Verbindungsfunktion inne.
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11 Die Entwicklungen in Militär und Provinzverwaltung

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Im Zeitalter des Gallienus kam es zu bedeutenden Veränderungen auf dem Gebiet der Organisation von Militär und Verwaltung.

Die einzige erzählende Quelle, abgesehen von zwei eher obskuren mittelbyzantinischen Autoren (s. u.), die über Veränderungen auf militärischem Gebiet berichtet, stellt Aurelius Victor 100 Jahre nach Gallienus dar. Bei ihm findet sich die Thematik an folgender Stelle angedeutet:

Et patres quidem … stimulabat proprii ordinis contumelia, quia primus ipse metu socordiae suae, ne imperium ad optimos nobilium transferretur, senatum militia vetuit et adire exercitum.1742

Demnach hat Gallienus die Senatoren von Ämtern in der Armee ausgeschlossen. Aus dieser Textstelle entwickelte sich eine früh einsetzende und weiter anhaltende Diskussion darüber, ob und in welchem Ausmaß die von Aurelius Victor getroffenen Aussagen als zutreffend anzusehen sind und ob dabei eine systematische, vorausschauende Planung von Seiten des Gallienus vorlag.1743 ← 311 | 312 → Die Maßnahmen dürfte informell erfolgt sein, nicht aber in Form eines Edikts, für dessen Erlass sich außer Aurelius Victor keine zusätzliche erzählende Quelle findet.

Inschriften können Aufschluss bringen. Es sind zwar nur wenige epigraphische Zeugnisse aus jener Zeit erhalten, doch ein grobes Bild der wahrscheinlichen Entwicklung der Vergabe der militärischen Ämter und der Statthalterposten kann dennoch aus ca. 20 dafür geeigneten Inschriften gewonnen werden,1744 wenngleich sich dadurch keine volle Klarheit schaffen lässt. Es wird aber deutlich, dass während der Alleinherrschaft des Gallienus auf militärischem Gebiet als militärische...

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