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«Arisierung» von Privatbanken am Beispiel des Bankhauses E. J. Meyer in Berlin

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Maximilian Elsner von der

Das Buch behandelt die «Arisierung» von Banken in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand der Geschichte des Bankhauses E. J. Meyer werden soziale, ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen dargestellt – von der Privatbank und Mitgründerin der Deutschen Bank und des Bauunternehmens Philipp Holzmann über die Krisen zwischen den Weltkriegen, die Bankenkrise 1931, den Niedergang im Nationalsozialismus bis zur «Arisierung», nach der nochmals ein Inhaberwechsel zum Bankhaus Metzler aus Frankfurt erfolgte. AbschlieFrankfurt erfolgte. Abschließend wird auf Entschädigungs- und Restitutionsverfahren aufgrund erlittenen Unrechts im Dritten Reich eingegangen, die teilweise bis in die 1960er-Jahre dauerten und deren Ende die Anspruchsteller oft nicht erlebten.
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1 Einleitung

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In diesem Kapitel wird die Aufgabenstellung dargelegt (1.1) und anschließend auf die erforderlichen Definitionen (1.2) eingegangen, um darauf den Stand der rechtshistorischen Forschung (1.3), die Quellenlage (1.4) und den Gang der Untersuchung darzustellen (1.5).

Das Bankhaus E. J. Meyer wurde im Jahre 1816 vom jüdischen Kaufmann Elias (Ely) Joachim Meyer in Berlin gegründet. In der vierten Generation der Familie Meyer, deren Mitglieder bis dahin stets als persönlich haftende Gesellschafter an der Bank beteiligt waren, ist das Bankhaus Mitte 1938 an den „arischen“ Kaufmann Kurt Richter-Erdmann1 veräußert worden. Nachdem Letzterer im Jahr 1941 überraschend starb, wurde das Bankgeschäft von den Bankiers Albert von Metzler und Hans Wilhelm von Tümpling unter stiller Beteiligung der Witwe Richter-Erdmann bis 1945 weitergeführt. Nach Kriegsende wurde das Bankhaus E. J. Meyer geschlossen, per Verfügung des Magistrats der Stadt Berlin vom 05.06.1945 als „ruhend“ bezeichnet und später abgewickelt. In Hamburg wurde 1943 eine Zweigniederlassung unter der Firma E. J. Meyer – Geschäftsstelle Hamburg errichtet, welche 1945 mit allen Aktiven, Passiven und dem Recht auf Fortführung der Firma auf Hans Wilhelm von Tümpling übertragen worden ist und heute als Bankhaus Wölbern firmiert.

In der vorliegenden Arbeit werden die Entwicklung und sowie die rechtlichen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen des Bankhauses E. J. Meyer und seiner Bankiers im Lichte der allgemeinen Entwicklung der ← 11 | 12 → Privatbankiers untersucht, um festzustellen, inwiefern die Veräußerung des Bankhauses E. J. Meyer an den „Arier...

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