Show Less
Restricted access

«Arisierung» von Privatbanken am Beispiel des Bankhauses E. J. Meyer in Berlin

Series:

Maximilian Elsner von der

Das Buch behandelt die «Arisierung» von Banken in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand der Geschichte des Bankhauses E. J. Meyer werden soziale, ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen dargestellt – von der Privatbank und Mitgründerin der Deutschen Bank und des Bauunternehmens Philipp Holzmann über die Krisen zwischen den Weltkriegen, die Bankenkrise 1931, den Niedergang im Nationalsozialismus bis zur «Arisierung», nach der nochmals ein Inhaberwechsel zum Bankhaus Metzler aus Frankfurt erfolgte. AbschlieFrankfurt erfolgte. Abschließend wird auf Entschädigungs- und Restitutionsverfahren aufgrund erlittenen Unrechts im Dritten Reich eingegangen, die teilweise bis in die 1960er-Jahre dauerten und deren Ende die Anspruchsteller oft nicht erlebten.
Show Summary Details
Restricted access

4.4.3 Entziehung inländischen Vermögens nach Auswanderung

Extract

Für Juden und Nichtjuden gültig und zum Schutze der Staatsfinanzen erlassen worden war am 08.12.1931 die Reichsfluchtsteuer1100 in Höhe von 25% des Vermögens1101. Da infolge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten vermehrt Auswanderungen – insbesondere von Juden – stattfanden1102, wurde mit Gesetz vom 18.05.19341103 der von der Reichsfluchtsteuer betroffene Personenkreis stark ausgeweitet, indem statt wie zuvor erst bei Vermögen von über 200.000 RM bzw. Jahreseinkommen von über 20.000 RM die Steuerpflicht ausgelöst wurde, nun einerseits Reichsfluchtsteuer bereits bei Vermögen von über 50.000 RM bzw. Jahreseinkommen über 10.000 RM zu entrichten war und andererseits dieses Vermögen nur zu irgendeinem Zeitpunkt nach 01.01.1931 vorhanden gewesen sein musste, nicht aber zur Zeit der Fälligkeit der Steuer1104. ← 248 | 249 → Diese Vorschrift wurde verschärft durch die Neuregelung des Einkommensteuergesetzes vom 16.10.1934, nach dessen §§ 26f. nun nicht mehr das Vermögen der Einzelperson zu betrachten war, sondern Ehepaare und minderjährige Kinder gemeinsam zu veranlagen waren, so dass sich der Personenkreis wiederum erweiterte, da für das Erreichen der Bemessungsgrenze nun das Vermögen der ganzen Familie maßgeblich war1105. Die Reichsfluchtsteuer war mit der Ausreise infolge der Aufgabe eines inländischen Wohnsitzes fällig, auch wenn sie zwangsweise im Wege der Deportation erfolgte – ausgenommen Deportationen nach Theresienstadt, da dies nicht als Ausland galt1106. Auf diese Weise sind die staatlichen Einnahmen durch die Reichsfluchtsteuer von rund 2,8 MioRM zwischen ihrer Einführung 1931 und 1933 allein von 1933 bis 1934 auf 17,65 MioRM gestiegen. Insgesamt konnte...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.