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Johann Julius Wilhelm Planck (1817–1900)

Leben und Werk

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Tanja Claussen

Der weltberühmte Wissenschaftler Max Planck wird in unzähligen Publikationen gewürdigt – ganz im Gegensatz zu seinem Vater. Mit diesem Buch stellt die Autorin einmal nicht den Physiker und Nobelpreisträger, sondern den Rechtswissenschaftler Johann Julius Wilhelm Planck in den Vordergrund, über dessen Biografie kaum Einzelheiten bekannt sind. Sie beleuchtet dabei die einzelnen Lebensstationen des zu den führenden Prozessrechtlern des 19. Jahrhunderts zählenden Juristen und analysiert eingehend seine juristischen Werke. Einbezogen wird dabei insbesondere die Geschichte der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
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d) Ergebnis

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Die Familie Planck stellte eine typische Gelehrtenfamilie (im Bildungsbürgertum) dar. Die Söhne schlugen (abgesehen von Hermann, der im Krieg fiel) selbst die akademische Laufbahn ein, während die Töchter in andere Gelehrtenfamilien einheirateten und so verwandtschaftliche Verflechtungen zwischen den Familien entstanden und sich damit eine hohe akademische Dichte in der Familie entwickelte. Das Elternhaus und insbesondere die Tätigkeit Plancks, wie seinerseits die akademische Tätigkeit seines Vaters und auch die seines Großvaters, sowie seine Beziehungen und Freundschaften zu anderen Gelehrtenfamilien haben diese Werdegänge gefördert und als Verpflichtung für die Wissenschaft gewirkt.

Mit dem Tod Karl Friedrich Dollmanns686 am 09. Januar 1867, dem Professor des Strafrechts und Strafprozessrechts der Universität München, wurde Planck „sofort“687 als geeigneter Nachfolger von der dortigen juristischen Fakultät in Betracht gezogen und nach Genehmigung durch die königliche Regierung erging ein entsprechender Ruf.688 Insgeheim wurde Planck, wenn auch die Berufung für das Straf- und Strafprozessrecht erfolgte, als Nachfolger des an der Universität tätigen, berühmten, aber in die Jahre gekommenen Hieronymus von Bayer ← 115 | 116 → angesehen, der seit 1818 an der Universität Landshut, die später nach München verlegt wurde, tätig war und das Zivilprozessrecht vertrat.689

Als 1867 der Ruf erfolgte, wurden aufgrund Plancks augustenburgischer Gesinnung keine Anstrengungen unternommen, die ihn dazu hätten bewegen können, in Kiel zu verweilen.690 Von Scheel-Plessen missfiel Plancks Verhalten und dessen Eintreten für die Erbansprüche des...

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