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Die Firmenbeteiligungen der ARBED im Osteuropa der Nachkriegszeit

Luxemburger Wirtschaftsdiplomatie im Kalten Krieg

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Marc Birchen

Der Zweite Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die Industrieunternehmen Mittel- und Osteuropas. Die Studie beschäftigt sich mit den Bemühungen des luxemburgischen ARBED-Konzerns zur Wahrung seiner dortigen Kapitalbeteiligungen. Neben einem exemplarischen Einblick in die Handlungsspielräume westlicher Unternehmen im sowjetisch dominierten Teil Europas der Nachkriegszeit erlaubt die Studie Einsichten in das Verhältnis der ARBED zur luxemburgischen Diplomatie, sowie in die Funktions- und Handlungsmechanismen luxemburgischer Außen- und Außenwirtschaftspolitik des 20. Jahrhunderts. So wird deutlich, wie es dem Konzern gelang, elementare diplomatische Aufgaben zu erfüllen und maßgebliche außen- und außenwirtschaftspolitische Impulse zu setzen.
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III.5.3 Das Entschädigungsabkommen zwischen der UEBL und Polen

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Nachdem das Entschädigungsabkommen zwischen dem belgischen Konsortium und der polnischen Regierung nicht zustande gekommen war, suchte sich die belgische Regierung nun ihrerseits stärker für die staatlichen Interessen in Polen einzusetzen und ein Entschädigungsabkommen mit Warschau zu erreichen. In den regelmäßigen Verhandlungsrunden, im Rahmen der Normalisierung und des Ausbaus der Handelsbeziehungen zwischen der UEBL und Polen, sollten auch offene Vermögensfragen in Polen angesprochen werden.724 Diese waren verantwortlich für das Stocken der Verhandlungen zu einem neuen Handelsvertrag im Sommer 1947.725

In den neuen Verhandlungsrunden zwischen der belgischen und polnischen Regierung, die sich in den fünfziger Jahren auch mit offenen Vermögensfragen beschäftigten, wurden die luxemburgischen Interessen ebenfalls von der belgischen Delegation übernommen. Details der Verhandlungen wurden nicht bekannt, allerdings informierte der Vorsitzende der belgisch-luxemburgischen Delegation, H. Cambier, das MAEL regelmäßig über die Fortschritte der Verhandlungen der ausschließlich mit Belgiern besetzten Delegation. Dabei suchte diese den von Warschau geforderten Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen an ein Entschädigungsabkommen zu knüpfen.726

Auf luxemburgischer Seite hielt man sich zu diesem Zeitpunkt zurück und wartete den Ausgang der Verhandlungen ab. Diese erwiesen sich als langwierig: Hegte Cambier noch im Januar 1956, im Anschluss an eine Visite belgischer Parlamentarier in Polen die Hoffnung auf einen baldigen Abschluss eines Entschädigungsvertrags, so drückte er ein Jahr später desillusioniert sein Bedauern ← 275 | 276 → aus, dass der Vertrag zwischen dem Konsortium und der polnischen Regierung von 1948 nicht abgeschlossen worden war.727...

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