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Die Firmenbeteiligungen der ARBED im Osteuropa der Nachkriegszeit

Luxemburger Wirtschaftsdiplomatie im Kalten Krieg

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Marc Birchen

Der Zweite Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die Industrieunternehmen Mittel- und Osteuropas. Die Studie beschäftigt sich mit den Bemühungen des luxemburgischen ARBED-Konzerns zur Wahrung seiner dortigen Kapitalbeteiligungen. Neben einem exemplarischen Einblick in die Handlungsspielräume westlicher Unternehmen im sowjetisch dominierten Teil Europas der Nachkriegszeit erlaubt die Studie Einsichten in das Verhältnis der ARBED zur luxemburgischen Diplomatie, sowie in die Funktions- und Handlungsmechanismen luxemburgischer Außen- und Außenwirtschaftspolitik des 20. Jahrhunderts. So wird deutlich, wie es dem Konzern gelang, elementare diplomatische Aufgaben zu erfüllen und maßgebliche außen- und außenwirtschaftspolitische Impulse zu setzen.
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Ergebnisse und Forschungsperspektiven

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Diese Studie hat gezeigt, dass der Kampf um die Kapitalbeteiligungen der ARBED in hohem Maße von der starken Internationalisierung dieses bedeutendsten luxemburgischen Industrieunternehmens in den zwanziger Jahren geprägt war. Über Aktienbeteiligungen in international operierenden Verarbeitungsgesellschaften erhielt der luxemburgische Konzern Zugang zu ausländischen Märkten. Die Aktienbeteiligung der ARBED an der deutschen F&G CARLSWERK AG führte dazu, dass sie indirekt an den Tochtergesellschaften und Unternehmen der F&G-Gruppe in Osteuropa beteiligt war.

Dieses indirekte Beteiligungsverhältnis drohte im Laufe des Zweiten Weltkrieges verloren zu gehen. So übernahm zeitweise ein deutsches Verwaltungsgremium die Kontrolle über die deutschen Beteiligungen der ARBED. Der Konzern selbst weckte beständig Begehrlichkeiten bei diversen miteinander konkurrierenden deutschen Unternehmen, Ministerien und Verwaltungen. Letztlich sollten sich jedoch alle Maßnahmen der deutschen Besatzer, welche die Beteiligungsverhältnisse der ARBED im Untersuchungsraum in Gefahr brachten, als von kurzer Dauer erweisen. Die ARBED war weiterhin indirekter Aktieninhaber in den Unternehmen der F&G-Gruppe im Untersuchungsraum.

Erst mit der Befreiung bzw. Besetzung dieses Untersuchungsraumes durch die Rote Armee, ab Sommer 1944, wurde der Verlust der Vermögenswerte der ARBED in hohem Maße wahrscheinlich. Die europäische Nachkriegsordnung sowie das sich herausbildende sowjetische Streben nach einem sie umgebenden Cordon Sanitaire befreundeter Staaten führten zu tiefgreifenden geopolitischen und wirtschaftlichen Veränderungen in Osteuropa, von denen auch die Unternehmen, an denen die ARBED indirekt beteiligt war, betroffen waren. Konkret wurden die Industrien im Untersuchungsraum mit der Besetzung und Befreiung...

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