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Kulturpolitik als Strukturpolitik?

Konzepte und Strategien deutscher und italienischer Kulturpolitik im Vergleich

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Claudia Burkhard

Kann Kulturpolitik als Strukturpolitik wirksam werden? Welche Kulturbegriffe liegen der deutschen und italienischen Kulturpolitik zugrunde? Wie wirken sich die historischen, strukturellen und finanziellen Ausgangsbedingungen für Kulturpolitik auf die konkreten Aktivitäten der verschiedenen Regierungsebenen in Deutschland und Italien aus? Diesen Fragen geht die Autorin in ihrer komparatistisch angelegten Studie nach. Zudem bietet sie umfassende Einblicke in die aktuelle Kulturpolitik beider Länder: Mit Hilfe der empirischen Methode leitfadengestützter ExpertInneninterviews analysiert sie anhand konkreter Fallstudien zu Essen/Nordrhein-Westfalen und Turin/Piemont die kulturpolitischen Konzepte, Strategien und Zielsetzungen der kommunalen sowie regionalen Ebene in Deutschland und Italien.
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1. Einleitung

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Bereits der Titel der vorliegenden Arbeit, Kulturpolitik als Strukturpolitik? – Konzepte und Strategien deutscher und italienischer Kulturpolitik im Vergleich, unterstreicht die komparatistische Ausrichtung und verdeutlicht die Zielsetzung, durch die Gegenüberstellung der in den beiden Ländern verfolgten Ansätze neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sowohl Deutschland als auch Italien gelten als klassische „Kulturnationen“: Deutschland verfügt über eine vielgestaltige und über das gesamte Land verteilte, in vielen Städten exzellente Kulturlandschaft, während Italien mit den città d’arte wie Rom, Florenz und Venedig sowie den einzigartigen Kulturzeugnissen in Pompei oder auf Sizilien die europäische Kulturgeschichte auf beispiellose Art und Weise repräsentiert.

Dass das bestehende Kulturerbe langfristig zu schützen ist und die vielfältigen Kultureinrichtungen zu erhalten sind – darüber besteht in beiden Ländern zwar weitestgehend gesellschaftlicher Konsens. Doch immer wieder wird – auch innerhalb des (kultur-)politischen Diskurses – die Forderung laut, die Kultursubventionen zu kürzen oder gar ersatzlos zu streichen. Dieser radikalen Argumentation nach könne (oder müsse) auf Angebote, die aufgrund ihrer beschränkten Nachfrage am Markt keinen Bestand haben, vollständig verzichtet werden. Die Einstufung von Kunst und Kultur als meritorische Güter habe sich überlebt und könne insbesondere mit Blick auf die kontinuierlich schwieriger werdende Finanzlage der öffentlichen Haushalte nicht länger gerechtfertigt werden. Zudem nutze nach wie vor nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die Kulturangebote und das Gesamtsystem sei in starren, längst überholten Strukturen gefangen. Demgegenüber steht die Position, gerade aufgrund der wirtschaftlichen...

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