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Diskursanalyse und mentale Prozesse

Sprachliche Strategien zur diskursiven Konstruktion nationaler Identität bei Hugo Chávez und Evo Morales

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Romana Castro Zambrano

Romana Castro Zambrano beschäftigt sich mit Reden der Präsidenten Hugo Chávez (Venezuela, 1999–2013) und Evo Morales (Bolivien, seit 2006) aus den Jahren 2006 und 2007 mit Blick auf sprachliche Strategien zur Konstruktion nationaler Identität. Ihre Untersuchung basiert auf der Annahme, dass mit der Wahl zweier linksgerichteter Staatsoberhäupter tiefgreifende gesellschaftliche Umstrukturierungen stattfinden, die mit einem Wandel der nationalen Identität einhergehen. Das Buch beruht auf einer Diskurstheorie, die ein dialektisches Verhältnis zwischen Gesellschaft und Diskurs propagiert und die soziale Kognition als Schnittstelle begreift. Zugleich plädiert die Autorin dafür, auch in methodischer Hinsicht die soziokognitive Dimension stärker zu berücksichtigen und in diesem Sinne die Kognitive Linguistik in die Analyse miteinzubeziehen.
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II. Nationale Werte: Konzeptuelle Metaphern und konzeptuelle Integration

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Im Folgenden wird erläutert, inwiefern die Analyse von Metaphern dazu beitragen kann, Werte, die für die Konstruktion nationaler Identität von Relevanz sein können, offenzulegen. Hierbei wird nicht nur auf die Theorie der konzeptuellen Metapher und der konzeptuellen Integration eingegangen, sondern es werden darüber hinaus noch weitere Grundlagen der Kognitiven Linguistik erläutert, die für das Verständnis der Theorien elementar sind. Hierzu gehören neben den bereits weiter oben erläuterten Frames und Domänen insbesondere die Idealisierten Kognitiven Modelle und die Mental Spaces. Zunächst soll jedoch kurz auf die Relevanz der Metaphernanalyse im Zusammenhang mit politischer Sprache eingegangen werden.

II.1. Metaphernanalyse und politische Sprache

Die Metaphernanalyse kann bereits auf eine lange Tradition zurückgreifen, so wurde die Metapher bereits in der antiken Rhetorik als Stilfigur identifiziert, die sich in „sprachlichen Bildern“ manifestiert, „die auf einer Ähnlichkeitsbeziehung zwischen zwei Gegenständen bzw. Begriffen beruhen“ (Bußmann 1990: 484).144 Die Grundidee der auf der rhetorischen Tradition beruhenden Theorie spiegelt sich auch heute noch in klassisch ausgerichteten Metapherntheorien wie der Substitutions- und der Vergleichstheorie wider.145 Die Substitutionstheorie bekräftigt, dass es sich bei der Metapher um einen sprachlichen Ausdruck handele, der den eigentlichen – das heißt, den konventionell erwartbaren – ersetze. Metaphern können demzufolge als Abweichungen verstanden werden. Bei der Vergleichstheorie hingegen verschiebt sich der Fokus auf den Aspekt der Ähnlichkeit zwischen dem substituierenden und substituierten Ausdruck (vgl. Jäkel 2003: 86ff).

Im Rahmen der Analyse...

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