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Diskursanalyse und mentale Prozesse

Sprachliche Strategien zur diskursiven Konstruktion nationaler Identität bei Hugo Chávez und Evo Morales

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Romana Castro Zambrano

Romana Castro Zambrano beschäftigt sich mit Reden der Präsidenten Hugo Chávez (Venezuela, 1999–2013) und Evo Morales (Bolivien, seit 2006) aus den Jahren 2006 und 2007 mit Blick auf sprachliche Strategien zur Konstruktion nationaler Identität. Ihre Untersuchung basiert auf der Annahme, dass mit der Wahl zweier linksgerichteter Staatsoberhäupter tiefgreifende gesellschaftliche Umstrukturierungen stattfinden, die mit einem Wandel der nationalen Identität einhergehen. Das Buch beruht auf einer Diskurstheorie, die ein dialektisches Verhältnis zwischen Gesellschaft und Diskurs propagiert und die soziale Kognition als Schnittstelle begreift. Zugleich plädiert die Autorin dafür, auch in methodischer Hinsicht die soziokognitive Dimension stärker zu berücksichtigen und in diesem Sinne die Kognitive Linguistik in die Analyse miteinzubeziehen.
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II.6. Nationale Werte bei Hugo Chávez

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In diesem Teil der Analyse werden nun die nationalen Werte analysiert, die Hugo Chávez in seinem Diskurs mittels konzeptueller Integration konstruiert. Obgleich auch hier, wie bei Evo Morales, diejenigen Werte fokussiert werden, die mit dem gesellschaftlichen Wandel in Verbindung stehen, so wird bei der Analyse des Diskurses von Hugo Chávez offensichtlich, dass der venezolanische Präsident sein Amt vor mehreren Jahren übernommen, während Evo Morales seine Amtszeit erst gerade begonnen hatte. So ist es hier zwar auch der Wandel als solcher, der innerhalb der Phänomene konzeptueller Integration eine Rolle spielt, dennoch werden darüber hinaus die Errungenschaften thematisiert, die die Regierung bereits erreicht hat.

II.6.1. Venezuela unter oppositionellem Einfluss

In dem ersten Teil der Analyse konzeptueller Integration soll fokussiert werden, wie Hugo Chávez die Situation konzeptualisiert, in der sich Venezuela unter der Regierung bzw. unter dem Einfluss der politischen Opposition befand oder ← 274 | 275 → befindet. Im Zentrum steht hierbei zum einen die Situation Venezuelas, die das Resultat der jahrelangen Regierung der Opposition im Rahmen der Paktierten Demokratie sei. Andererseits sind es aber auch die Opposition bzw. interne und externe politische Gegner_innen, die dem chavistischen Diskurs zufolge immer noch negativ auf das Land einwirkten oder bemüht seien, ehemalige, bereits überwundene Zustände wieder herzustellen. Letzterer Gesichtspunkt soll hier als erster berücksichtigt werden.

II.6.1.1. Venezuela als bedrohtes Land

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