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Die Schwedischen Ballette – Les Ballets Suédois

Getanzte Visionen im Paris der 1920er Jahre

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Karin Dietrich

Die Ballets Suédois, die Schwedischen Ballette, die das Paris der «Années folles» zum Experimentierfeld der Künste machten und die Russischen Ballette für kurze Zeit mit ihren innovativen Tanzprojekten in den Schatten stellten, sind heute immer noch wenig bekannt, gelten aber als große Wegbereiter des modernen Tanztheaters. Karin Dietrich fächert die Entwicklung der Truppe vor dem Hintergrund ihres Zeitgeschehens auf, stellt das Repertoire und seine ästhetische Verortung vor und betrachtet exemplarisch einzelne Werke. Sie nähert sich so der Frage, was für die Avantgarde der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die große Faszination der Gattung Ballett ausmachte, und wie es dazu kam, dass sich eine schwedische Balletttruppe Paris als Ausgangspunkt für ihr Unternehmen wählte.
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Die Reaktionen

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Die Premiere und die Reaktionen von Publikum und Presse

La Création du Monde markierte sowohl für die Truppe der Ballets Suédois als auch für das Produktionsteam ein „neues Vordringen in Richtung Moderne“. Und da das „Ballet Nègre“ nur noch wenig mit dem zu tun hatte, was man sich unter dem Wort „Ballett“ vorstellte, hatte es auch eine „schwierige Karriere“995. Es waren vor allem die Dominanz der Ausstattung und die Musik, die das Publikum am Premierenabend ablehnend oder begeistert wahrnahm. Das Stück erlebte in zwei Spielzeiten insgesamt nur zwölf Aufführungen. Rolf de Maré nahm es auch mit auf Amerika-Tournee, wo es allerdings auf solche Ablehnung stieß, dass es aus dem Programm genommen wurde.996

Während Les Mariés de la Tour Eiffel in den Rezensionen in der Nachfolge von Parade gesehen wurde, stand La Création du Monde in gewissem Sinn in der Nachfolge von Le Sacre du Printemps.997 Entsprechend vehement waren auch die Kritiken, die Léger mitunter den Gebrauch von „altem Nippes“ vorwarfen.998 Was die Kritiker aber am meisten beschäftigte, war Milhauds Musik. Viele hielten sie für frivol999, manche für rückschrittlich, so Pierre de Lapommeraye, der sich am 2. November 1923 in Le Ménestrel entrüstete:

Im Feuilleton du temps vom 14. November 1923 schrieb ein anderer Kritiker, dass es sich die Tänzer de Marés zu leicht vorstellen, dem Publikum „den Beginn der Musik und...

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