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Sucht-, Betrugs- und Kriminalitätsgefährdungspotential von Glücksspielen

Beiträge zum Symposium 2013 der Forschungsstelle Glücksspiel

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Edited By Tilman Becker

Der Band versammelt die Beiträge zum Symposium 2013 der Forschungsstelle Glücksspiel. In den vergangenen Jahren waren der Glücksspielstaatsvertrag und seine Auswirkungen zentrale Themen der Tagung. 2013 jedoch lag der Schwerpunkt auf dem Sucht-, Betrugs- und Kriminalitätsgefährdungspotenzial von Glücksspielen. Die Aktualität und Brisanz dieses Themas wurde durch die kurz vor der Veranstaltung bekannt gewordenen Europol-Untersuchungen zum Wettskandal im Fußball unterstrichen, die ein ganz erstaunliches Ausmaß an Korruption zu Tage gefördert haben.
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Geldflüsse für Prävention und Therapie

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Das Bundesverfassungsgericht hat den Lotteriegesellschaften der Bundesländer zur Aufrechterhaltung eines staatlichen Wettmonopols im Urteil vom März 2006 die Auflage erteilt, „Spielsucht“-Prävention und -Therapie sicher zu stellen. Dies führte zum Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) der 16 Bundesländer, der im Januar 2008 in Kraft trat. Damit war der Schutz der Spieler vor Schaden intendiert. Implizit hat dieses Gesetz aber auch eine Konkurrenz unter den Spieleanbietern im Wettbewerb um den legalen Zugang zum Multimilliarden-Markt „Glücksspiele“, auf der Basis der vorgegebenen neuen „Spielregeln“ ausgelöst – es konkurrieren neben dem Lotto- und Totoblock u. a. Casinos und die Verbände der Deutschen Automatenindustrie (im modifizierten GlüÄndStV von 2012 sind gewerbliche Geldspielautomaten ausdrücklich einbezogen).

In einem ähnlichen Wettbewerb konkurrieren auch die Anbieter von Prävention, Therapie und Forschung (z. B. Sucht- versus psychotherapeutische/psychosomatische Einrichtungen) um diese – für die genannten Einrichtungen vielfach neue, ungewohnte – Klientel. Es ist hilfreich, sich dies bei der Bewertung von Aktivitäten im Rahmen des GlüStV immer wieder bewusst zu machen – ohne Emotionen, denn das Gesundheitssystem ist längst zu privatwirtschaftlichem Konkurrieren gezwungen.

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