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Sucht-, Betrugs- und Kriminalitätsgefährdungspotential von Glücksspielen

Beiträge zum Symposium 2013 der Forschungsstelle Glücksspiel

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Edited By Tilman Becker

Der Band versammelt die Beiträge zum Symposium 2013 der Forschungsstelle Glücksspiel. In den vergangenen Jahren waren der Glücksspielstaatsvertrag und seine Auswirkungen zentrale Themen der Tagung. 2013 jedoch lag der Schwerpunkt auf dem Sucht-, Betrugs- und Kriminalitätsgefährdungspotenzial von Glücksspielen. Die Aktualität und Brisanz dieses Themas wurde durch die kurz vor der Veranstaltung bekannt gewordenen Europol-Untersuchungen zum Wettskandal im Fußball unterstrichen, die ein ganz erstaunliches Ausmaß an Korruption zu Tage gefördert haben.
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Identifikation pathologischer Spieler an Hand ihres Spielverhaltens

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1 Einleitung

Laut der von den Bundesländern in Auftrag gegebenen PAGE-Studie hat sich bei 14,8 % der Personen mit 10 oder mehr Spieltagen ein pathologisches Spielverhalten herausgebildet. Onlineglücksspiele bergen demnach ein besonders hohes Suchtpotential. Allerdings ist das exakte Ausmaß der Sucht bei Onlineglücksspielen umstritten. Bisherige Instrumente zur Erfassung einer Glücksspielsucht beruhen auf Selbstauskünften, mit denen etliche Limitationen einhergehen. In dem vorliegenden Beitrag wird ein neuer komplementärer Ansatz zur Identifizierung von problematischem und pathologischem Spielverhalten vorgestellt.

Informationen zum tatsächlichen Spielverhalten anhand von elektronisch aufgezeichneten Daten erlauben eine objektive, detaillierte und verlässliche Auswertung von Spiel-, Biet- und Setzverhalten. Inkonsistenzen resultierend aus Selbstauskünften, die das tatsächliche Spielverhalten über- oder unterschätzen, können infolgedessen vermieden werden.

Bislang ist die Anzahl der Studien mit solchen Daten überschaubar. Wissenschaftler der Harvard Medical School waren die ersten, die sich mit dieser Thematik befassten. Auch wenn diese Vorgehensweise im Vergleich zu den bisher üblichen Ansätzen basierend auf Befragungen ein wichtiger Schritt in die Richtung darstellt, weisen die Studien einige Limitationen auf.3 Generell fehlt es den Studien – wie allen Screening- oder Assessmentinstrumenten – an einer allgemein einheitlich verwendeten Definition des problematischen und pathologischen Spielens.4 Es kann daher nicht ohne Bedenken festgestellt werden, dass die ← 53 | 54 → vorgenommenen Messungen die Größe und Richtung aller relevanten Dimensionen von Spielproblemen abbildet und die Messung nicht durch systematische Messfehler beeinträchtigt wird.5

Die Untersuchung des Spielverhaltens von Onlinespielern bisheriger...

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