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Die volkswirtschaftlichen Kosten gefährlichen Konsums

Eine theoretische und empirische Analyse für Deutschland am Beispiel Alkohol, Tabak und Adipositas

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Tobias Effertz

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist übergewichtig oder krankhaft fettleibig, fast ein Drittel raucht und der deutsche Alkoholkonsum erreicht im internationalen Vergleich Höchstwerte. Diese Konsummuster schädigen nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Familien und in großem Umfang die deutsche Sozialversicherung. Für die Höhe der Kosten des gefährlichen Konsums gab es bisher nur unvollständige Schätzungen. Dieses Buch bietet in einer bisher nicht erreichten Genauigkeit und mithilfe umfangreicher statistischer Analysemethoden eine vollständige Zusammenfassung der Auswirkungen und Kosten der ungesunden Konsumweisen von Alkohol, Zigaretten und Nahrungsmitteln in Deutschland. Es beantwortet die Frage, ob und wie stark Rauchen, Alkohol und Adipositas die einzelnen Sozialversicherungen wie Renten- und Krankenversicherungen belasten und in welchem Umfang Ehepartner und Kinder mitbetroffen sind. Es wird nachgewiesen, dass die gefährlichen Konsumverhaltensweisen hohe Kosten für Betroffene und die Gesellschaft verursachen, die Änderungen zum Schutz der sozialen Sicherungssysteme unabdingbar machen.
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5.4 Produktivitätsrisiken

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5.4Produktivitätsrisiken

Als wesentliches Nutzen auslösendes Argument wurden in Kapitel 3 Konsumgüter oder allgemein Konsum genannt. Materieller Wohlstand ist nach wie vor ein wichtiger Indikator und sollte daher in jedem Fall berücksichtigt werden. Konsum und Einkommen sind unmittelbar miteinander verknüpft: Je nachdem, wie stark man den individuellen Nutzen eines Erbes anerkennen mag, bedeutet gefährlicher Konsum und alle vorhergenannten Risiken eines möglichen Produktivitätsverlustes ein Einkommens- und damit ein Konsumrisiko314. Die Produktivitätsrisiken lassen sich in mehrere Unterrisiken aufspalten. Wichtig für die konzeptionelle Erfassung der Kosten ist es, die im Rahmen von Versicherungsleistungen erfolgenden monetären Kompensationen der Einkommen nicht doppelt zu zählen. Der Verlust der Produktivität ist ein volkswirtschaftlicher Schaden, der üblicherweise mit dem am Markt erzielten Preis („dem Arbeitslohn“) bewertet wird. Die Umverteilungen, bei denen einem Versichertenkollektiv Gelder entzogen werden und die gefährlich Konsumierenden als Entgeltersatz zufließen, um die ausgefallene Produktivität zu kompensieren haben wohlfahrtökonomisch keine Bedeutung, auch wenn einige Publikationen in diesem Zusammenhang von finanziellen Ex ← 212 | 213 → ternalitäten sprechen (z. B. Sloan et al. 2004)315. Trotzdem kann man diese analog zur Hinterbliebenenrente als die monetäre Belastung erfassen, die der Gesellschaft bei Zerstörung der Ressource „Produktivität“ als Verlust zufällt316.

5.4.1Das Risiko der Pflegebedürftigkeit

Das Risiko der Pflegebedürftigkeit steigt typischerweise mit dem Alter an317. Es bedeutet einen gänzlichen oder teilweisen Verlust der Selbstständigkeit im Alltag oder etwas abstrakter und technischer...

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