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«Denken und Handeln.» Philosophie und Wissenschaft im Werk Johann Gottlieb Fichtes

Akten der Interdisziplinären Fichte-Konferenz der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin am 13. November 2014 anlässlich des 200. Todestages des Philosophen im Rathaus Berlin-Mitte

Edited By Hans-Otto Dill

Der Sammelband enthält die zwölf Referate der multidisziplinären Fichte-Konferenz der Berliner Leibniz-Sozietät vom 13. November 2014 über die Ansichten dieses vielseitigen Denkers zu Philosophie und Einzelwissenschaften, besonders zu Pädagogik, Ökonomie, Geschichte, Philosophiegeschichte, Politologie und Naturwissenschaften. Die Beiträge verdeutlichen u. a. erstmals den für Fichte charakteristischen Zusammenhang zwischen Wissen und Handeln, den eminenten Praxischarakter seiner Philosophie sowie seine revolutionierende Entdeckung der Trinität Subjekt, Selbst und Ich. Neben der Genesis wird die Rezeption und Weiterentwicklung seines Denkens bis hin zum Existentialismus und zum naturwissenschaftlichen Subjektbegriff der modernen Informatik dargestellt.
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Fichte als Zögling in Schulpforta

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Durch landesherrliche Anordnung des Kurfürsten Moritz von Sachsen vom März 1543 wurde im säkularisierten Zisterzienserkloster St. Marien zur Pforte die Landesschule Pforta gegründet, „darinnen [sollen] ein Magister, drey Baccalaureen, ein Cantor und einhundert Knaben seyn und an allen Orten mit Vorstehern und Dienern, Lehre, Kosten und anderer Nothdurfft, wie folget, umsonst versehen, und unterhalten werden“.1) Insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich die Landesschule zu einer der führenden Bildungseinrichtungen in Deutschland, was sie bis zum heutigen Tage geblieben ist. J. G. Fichte wurde nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung2) im Oktober 1774 in Pforta für 6 Jahre aufgenommen. Im Oktober 1780 hielt er seine im Original in der Bibliothek der heutigen Landesschule Pforta vorliegende Valediktionsrede „Über den rechten Gebrauch der Regeln der Dichtkunst und Rhetorik“.

Auch nach neueren Erkenntnissen der Fichte-Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (s. Bacin, 2007) sind außer der Valediktionsrede nur ein Brief Fichtes von 1775 an seinen Vater und ein Schriftsatz von Fichte und zwei Mitschülern an den Pfortenser Rektor aus dem Jahr 1780 als Originaldokumente aus der Schulzeit Fichtes erhalten. Über die Verhältnisse an der Schule Auskunft geben die „Erneuerte Schulordnung für die „Chursächsischen drey Fürsten- und Landesschulen, Meißen, Grimma und Pforta“ von 1773 und die Erinnerungen des Schulfreundes von Fichte, F. A. Weißhuhn, die dieser 1786 unter dem Titel „Über die Schulpforte. Nebst einigen vorläufigen Betrachtungen über die Schulerziehung überhaupt.“ veröffentlicht hatte.

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