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«Denken und Handeln.» Philosophie und Wissenschaft im Werk Johann Gottlieb Fichtes

Akten der Interdisziplinären Fichte-Konferenz der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin am 13. November 2014 anlässlich des 200. Todestages des Philosophen im Rathaus Berlin-Mitte

Hans-Otto Dill

Der Sammelband enthält die zwölf Referate der multidisziplinären Fichte-Konferenz der Berliner Leibniz-Sozietät vom 13. November 2014 über die Ansichten dieses vielseitigen Denkers zu Philosophie und Einzelwissenschaften, besonders zu Pädagogik, Ökonomie, Geschichte, Philosophiegeschichte, Politologie und Naturwissenschaften. Die Beiträge verdeutlichen u. a. erstmals den für Fichte charakteristischen Zusammenhang zwischen Wissen und Handeln, den eminenten Praxischarakter seiner Philosophie sowie seine revolutionierende Entdeckung der Trinität Subjekt, Selbst und Ich. Neben der Genesis wird die Rezeption und Weiterentwicklung seines Denkens bis hin zum Existentialismus und zum naturwissenschaftlichen Subjektbegriff der modernen Informatik dargestellt.
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Bewußtsein und Selbstbewußtsein bei Fichte in der Perspektive Manfred Franks

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Rainer E. Zimmermann

Bewußtsein1 und Selbstbewußtsein2 bei Fichte in der Perspektive Manfred Franks

In der Sitzung der Société Française de Philosophie vom 2. Juni 1947 legt Jean-Paul Sartre seine Thesen vor, die unter dem Titel „Conscience de soi et connaissance de soi“ zuerst im Bulletin der Gesellschaft, XLII, 1948, veröffentlicht worden sind.3 Er formuliert unter anderem:

Es gibt ein prä-reflexives ‚cogito‘, das die Bedingung des kartesianischen ‚cogito‘ ist. Jedes Objekt setzende BWS ist notwendigerweise nicht-setzendes BWS von sich. 2. Die Untersuchung des nicht-setzenden BWS enthüllt einen bestimmten Seinstypus, den wir Existenz nennen wollen. [Diese] ist Distanz zu sich selbst, Abstand (décalage). Der Existierende ist das, was er nicht ist, und ist nicht das, was er ist. Er ‚nichtet‘ sich. Er ist nicht Koinzidenz mit sich, sondern er ist Fürsich. 3. Das Fürsich hat zu sein, was es ist. Es ist also Mangel. Dieser Mangel drückt sich durch die drei zeitlichen Ekstasen aus. […] 6. Descartes hat seine Existenz nicht bewiesen. Ich habe tatsächlich immer gewußt, daß ich existierte, ich habe das ‚cogito‘ vollzogen, so wie Jourdain Prosa machte. […] Wenn die Existenz des Anderen kein rechter Mythos ist, bedeutet das, daß es, was sie betrifft, etwas gibt wie ein cogito. Im tiefsten Innern meiner selbst muß ich Gründe finden, an den Anderen zu glauben, aber an den Anderen selbst als einen, der nicht ich ist. Eine Beschreibung des pr...

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