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Perspektive Nord: Zu Theorie und Praxis einer modernen Didaktik der Landeskunde

Beiträge zur 2. Konferenz des Netzwerks "Landeskunde Nord</I> in Stockholm am 24./25.01.2014

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Edited By Christine Becker and Frank Thomas Grub

2012 wurde das Netzwerk-Projekt Landeskunde Nord ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, Forschung und Lehre zur Landeskunde des Deutschen als Fremdsprache, insbesondere in den nordischen Ländern, voranzutreiben. Das vorliegende Buch, Perspektive Nord, knüpft an den 2013 erschienenen Band Landeskunde Nord an und bietet Reflexionen wissenschaftstheoretischer, fachdidaktischer und inhaltlicher Aspekte, die für die Gestaltung der Landeskundelehre bzw. des Landeskundeunterrichts relevant sind. In ihrer Vielfalt sind die hier vorgelegten Konzepte und Ideen vor allem modernen kulturwissenschaftlichen Ansätzen verpflichtet, knüpfen an international geführte Diskussionen an und haben auch deshalb über die nordischen Länder hinaus Bedeutung. Dabei setzen die Autorinnen und Autoren auf autonomes und lebenslanges Lernen.
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Was gehört zum ‚Kanon‘? Natur(wissenschaften), Technik und Kultur in der Perspektive globalen Lernens im Fach Deutsch als Fremdsprache

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Einleitung

Die letzte größere öffentliche Diskussion über einen möglichen Bildungskanon wurde in Deutschland – unter starker Beteiligung des Feuilletons – vor ungefähr 15 Jahren, nach Erscheinen des Buches Bildung. Alles, was man wissen muß (1999) von Dietrich Schwanitz geführt. In Schwanitz’ Kanon-Entwurf spielen Geschichte, Literatur, Kunst, Musik und Philosophie eine große Rolle. Zu wissen, wie ein Motor, wie ein Kraftwerk, eine Raumstation oder ein Düsenjäger funktioniert, gehört nach Schwanitz’ in launigem Tonfall interpretierter öffentlicher Auffassung nicht zur Bildung. Es wird unter der Überschrift Was man nicht wissen sollte knapp resümiert, gefolgt vom Verweis auf naturwissenschaftliche Kenntnisse, die in der Schule zwar noch gelehrt werden und auch einiges zum Verständnis der Natur, jedoch nur wenig zum Verständnis der Kultur beizutragen scheinen.1 Es gilt, folgt man Schwanitz, in der gängigen Auffassung von Kultur und Bildung als geradezu unvorstellbar, einen großen Maler wie Rembrandt nicht zu kennen, während es völlig legitim sei, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik oder die starken und schwachen elektromagnetischen Wechselwirkungen nicht erklären zu können.2 Dass Technik und Naturwissenschaften dennoch etwas mit Kultur zu tun haben, versucht Schwanitz anhand der von ihm zusammengestellten Liste der Bücher, die die Welt verändert haben zu demonstrieren. Auf ihr sind neben literarischen und philosophischen Schriften auch Schriften wie Newtons Mathematische Prinzipien der Naturlehre (1687), Darwins Von der Entstehung der Arten (1859) und Einsteins Grundlagen der allgemeinen Relativitätstheorie (1914/15) zu finden. ← 31 | 32...

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