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Gibraltar im 18. Jahrhundert

Die Formung einer multiethnischen und multireligiösen Gesellschaft in der Frühen Neuzeit

Jochen Hausmann

Das Buch beschäftigt sich mit bislang wenig erforschten gesellschaftlichen Entwicklungen der Frühen Neuzeit in Gibraltar, der letzten Kolonie auf dem europäischen Kontinent. Seit der Eroberung im Spanischen Erbfolgekrieg 1704 entwickelte sich dort im Schatten der britischen Garnison und isoliert vom meist feindlichen spanischen Umland eine einzigartige und funktionierende Zivilgesellschaft aus Katholiken, Protestanten und Juden. Die Wurzeln dieser Gesellschaft, die heute über eine starke eigene Identität verfügt, liegen im 18. Jahrhundert – also in einer Zeit, in der die britische Politik nicht gerade durch Toleranz gegenüber Katholiken und Juden gekennzeichnet war.
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9. Ausblick

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9.Ausblick

Auch wenn mit dem Ende der Great Siege der letzte spanische Versuch, Gibraltar militärisch zurückzuerobern gescheitert war, blieben deren Folgen weit über 1783 hinaus spürbar. Noch 1792 prägten Ruinen der während der Great Siege zerstörten Häuser das Stadtbild Gibraltars.459 Der stockende Wiederaufbau der zerstörten Stadt hing vor allem damit zusammen, dass Elliott einen erneuten spanischen Angriff fürchtete und deshalb das verfügbare Baumaterial in die Reparatur der Festung investierte.460 Nicht wenige Einwohner Gibraltars lebten in der Folge auch nach dem Ende der Kampfhandlungen in den provisorischen Unterkünften,461 zu denen sie ursprünglich geflohen waren, um sich vor dem Beschuss der spanisch-französischen Angreifer in Sicherheit zu bringen. Abgesehen vom Mangel an verfügbarem Baumaterial reichten wohl auch die finanziellen Möglichkeiten vieler Einwohner Gibraltars nicht aus, um ihre Häuser in den ersten Jahren nach der Great Siege wiederaufzubauen. So verwundert es nicht, dass Elliott kaum Anstrengungen unternahm, den aufkommenden Tabakschmuggel zu unterbinden.462

Trotz der denkbar ungünstigen Bedingungen kamen bereits im Juli 1783 die ersten evakuierten Einwohner zurück nach Gibraltar.463 Der Zensus von 1787 (3386)464 offenbarte sogar eine leichte Zunahme der Zivilbevölkerung. Zwar dokumentierte der Zensus von 1791 (2989)465 wiederum einen Bevölkerungsrückgang, da, im Gegensatz zur Belagerung von 1727, nach der Great Siege die meisten Einwohner Gibraltars zurückkehrten, konnten die britischen Gouverneure auch weiterhin auf eine offene Einwanderungspolitik verzichten. ← 97 | 98 →

Mit dem Ausbruch...

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