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Gibraltar im 18. Jahrhundert

Die Formung einer multiethnischen und multireligiösen Gesellschaft in der Frühen Neuzeit

Jochen Hausmann

Das Buch beschäftigt sich mit bislang wenig erforschten gesellschaftlichen Entwicklungen der Frühen Neuzeit in Gibraltar, der letzten Kolonie auf dem europäischen Kontinent. Seit der Eroberung im Spanischen Erbfolgekrieg 1704 entwickelte sich dort im Schatten der britischen Garnison und isoliert vom meist feindlichen spanischen Umland eine einzigartige und funktionierende Zivilgesellschaft aus Katholiken, Protestanten und Juden. Die Wurzeln dieser Gesellschaft, die heute über eine starke eigene Identität verfügt, liegen im 18. Jahrhundert – also in einer Zeit, in der die britische Politik nicht gerade durch Toleranz gegenüber Katholiken und Juden gekennzeichnet war.
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Die Beschäftigung mit der Geschichte Gibraltars nimmt in der deutschen Geschichtswissenschaft keinen großen Raum ein. Herr Hausmann hat sich höchst verdienstvoll dieses Themas angenommen. Seine Studie zur Entwicklung Gibraltars im 18. Jahrhundert entstand unter Nutzung der lokalen Bibliothek und des lokalen Archivs im Rahmen eines längeren Aufenthalts in Südspanien. Dabei hat er eine in Deutschland weitgehend unrezipierte Literaturlage zur Geschichte Gibraltars im Allgemeinen und zur dortigen Bevölkerungsentwicklung zwischen 1704 und 1783 im Besonderen erschlossen, auf der er seine Archivforschungen aufbauen konnte. Seine Ergebnisse sind nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Spanischen Erbfolgekrieges und seiner Folgen, die erst allmählich systematisch erforscht werden, sondern auch zu den folgenden Kriegen, die Großbritanniens Stellung als global dominierende Macht festgeschrieben haben.

Nach der englisch-niederländischen Eroberung Gibraltars während des Spanischen Erbfolgekrieges im Jahre 1704 und der vertraglichen Manifestation des Übergangs in britischen Besitz im Vertrag von Utrecht 1713, entwickelte sich in der kriegsbedingt weitgehend verwaisten Stadt, von der aus sich der Zugang zum Mittelmeer kontrollieren lässt, im Laufe des 18. Jahrhunderts eine sehr spezifische, äußerst heterogene Gesellschaft. Diese Beobachtung ist der Ausgangspunkt für die Fragestellung, die Herr Hausmann entwickelt hat.

Wiewohl die Rechtspositionen der nicht-militärischen Bevölkerung Gibraltars gegenüber dem Militär beziehungsweise den Gouverneuren im zeitgenössischen Vergleich eher ungünstig waren, entwickelte sich doch nach der Mitte des 18. Jahrhunderts eine prosperierende Stadt mit dynamischer wirtschaftlicher Entwicklung, in welche die Great...

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