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Robert Schumann / Adelbert von Chamisso: «Frauenliebe und -leben»

Interpretation und Analyse

Hans-Udo Kreuels

Hat Schumanns Liederzyklus in unserer heutigen Musikkultur noch eine Daseinsberechtigung? Sind wir heute, wo sich unser Frauenbild gegenüber dem Biedermeier geradezu umgekehrt hat, nicht dazu angehalten, uns mit demjenigen des 19. Jahrhunderts historisch vertraut zu machen? Nicht das Was, das faktische Geschehen im Lebensbogen von Frauenliebe und -leben, sondern das Wie, die Qualität persönlicher Hingabe, ist das psychosensitive Material, welches dem Gedichtzyklus und besonders der Musik Schumanns eine unvergleichliche Sonderstellung einräumt. Neue Forschungsergebnisse werfen ein ganz anderes Licht auf die innere Logik des Liederzyklus. Das Buch legt zudem eine faszinierende Verflechtung von Motivik, Submotivik, Ansätzen von Leitmotivik und einem Spiel mit multiplen Symmetrien offen, welche diese Einheit gewährleisten. Ist es die gegenüber anderen Liederzyklen unerreichte Prägnanz einer neunteiligen Liederfolge, oder ist es ihre unverwechselbare emotionale Aura, die den Hörer – trotz geistiger Vorbehalte – in den Bann zieht? Die musikalische Analyse gibt ebenso Antworten zu psychologischen Wechselwirkungen wie zu musikalischen Wirkungsweisen und Interpretationsansätzen.
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Weitere Symmetrien, welche die Kreisform des Liederzyklus’ mitprägen

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In der unten stehenden Tabelle sind grundsätzliche Parameter der Lieder zu einander gestellt. Nicht nur aus der Tonartenfolge wie aufgezeigt, sondern aus weiteren Grundgelegten Gestaltungsfaktoren und Kalkulationen einer über „9 Lieder“ (!) sich erstreckenden Zuordnung ergeben sich spiralförmige Symmetrien, welche zum großen Teil auf Schumanns Intention (vgl. den Werkansatz Ludwig van Beethovens!), und nicht etwa nur auf seine Inspiration zurückzuführen sind!



Es ist recht naheliegend, in jeder der aufgezeigten Rubriken mehrfache oder einfache Symmetrien zu sichten.

In der Auftakt-Spalte handelt es sich um eine Innensymmetrie (5. als Mitte, 4. zu 6. / 3. zu 7.). Auffällig ist außerdem, dass am Beginn des 2. Liedes Er, der Herrlichste von Allen und am Beginn des 8. Liedes Nun hast du mir den ersten ← 65 | 66 → Schmerz gethan jeweils eine „gefühlte“ Halbe Note steht, welche die Lieder auch deshalb symmetrisch aneinander bindet, weil beide den charakteristischen Quintfall nach sich ziehen.

In der Takt-Spalte ergibt sich eine ganzheitliche Symmetrie!

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