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Das Liebeshindernis

Zur Semantik der Liebe in der französischen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Gesa Kresse

Das Buch untersucht das Liebeshindernis als historische Variable im französischen Roman vom hohen Mittelalter bis zur Gegenwart. Im Vordergrund des Buches steht der Prozess der Verinnerung, einer im Laufe der Zeit immer stärkeren Verlagerung des Liebeskonflikts ins Innere der Figuren. Das Liebesmotiv betrachtet die Autorin im übergreifend geschichtlichen Kontext sowie im Strukturzusammenhang der Werke als Zentrum sich kontinuierlich wandelnder Wirklichkeitsentwürfe. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Rolle des Anderen.
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Schlussbetrachtung

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In der vorliegenden Arbeit zur Konstruktion des Liebeshindernisses in repräsentativen Werken der französischen Literaturgeschichte wurde gezeigt, wie sich der Blick der Literatur auf die Liebe in einem historisch-sozialen Kontext über die Jahrhunderte hinweg verändert hat und inwiefern diese Veränderungen einen Wandel in der Konstruktion von Subjekt und Welt markieren. Dabei konnten durch die Untersuchung der Fragen, wie die Liebe von den Heldinnen und Helden jeweils erfahren wird, worauf sich das Begehren der Liebenden richtet, wie sie den auftauchenden Hindernissen begegnen und welche Rolle die Außenwelt spielt, sowohl Modifizierungen und Weiterentwicklungen als auch Konstanten identifiziert werden.

In den hochmittelalterlichen Tristan-Fassungen von Béroul und Thomas sowie in Chrétien de Troyes‘ Erec et Enide zeichnet sich der Entwurf der Liebenden durch Einheit und Kongruenz aus. Tristan und Isolde sowie Erec und Enide sind in ihren äußeren und inneren Qualitäten Alter Ego des jeweils anderen, und sie verbindet das gleiche Begehren: Die Helden streben eine exklusive, dauerhafte Liebeserfüllung an, die nur mit einem einzigen anderen möglich ist. Der Andere ist hier immer auch der Eine. Dabei ist das Liebesbegehren vor allem ein leibliches: Es richtet sich auf die Verfügung über den Körper des Anderen, die die Verfügung über sein Inneres impliziert. In der Liebessemantik aller drei Versromane sind Körper und Seele eine Einheit – bei Thomas weist Tristan dem Körper gar die Fähigkeit zu, seelische Liebe erzeugen zu können. Inneres Gefühl und...

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