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Strategie Zukunft und Welt

Zur Bedeutung eines ontologischen Begründungskonzeptes nachhaltigen Handelns und Verantwortens

Johanna Henrich

Der Weg in ein nachhaltiges Ressourcenmanagement ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Diesen trotz gesellschaftlicher Unterschiede, wirtschaftlichen Anspruchs und persönlicher Interessen gangbar zu machen, erfordert eine Begründungsstrategie, die hinter Wirtschaft und Gesellschaft zurückgeht bis an die Wurzel des Menschen. Die «Strategie Zukunft und Welt» findet eine Grundlage dazu in Hans Jonas’ ontologischem Konzept, das im Zentrum seiner Verantwortungsethik steht. Das vorliegende Buch weist seine Leistungsfähigkeit zur Grundlegung einer Ethik für die moderne globalisierte Welt auf, die eine unabweisbare Begründung des Wertes des Lebendigen erbringt und nachhaltiges Handeln zur unbedingten menschlichen Aufgabe erhebt.
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II. Hans Jonas’ Ethikkonzeption und die Theorie der Verantwortung: Zum Verhältnis von Theorie und Praxis

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II.  Hans Jonas’ Ethikkonzeption und die Theorie der Verantwortung: Zum Verhältnis von Theorie und Praxis

In Hans Jonas’ Lebenswerk, das sich mit dem Verständnis des Menschen in der Welt und seiner Rolle für diese auseinander setzt, stellt die Verantwortungsethik den letzten und meistbeachteten Schritt dar. In einem Brückenschlag zwischen Philosophie und Naturwissenschaft leitete er zunächst den Menschen aus dem Leben heraus ab, wies ihm ein Zuhause in der organischen Welt zu und zeigte dann schließlich seine ihm spezifische Aufgabe auf, die ihn auf das Ganze, dem er entstammt, zurückbezieht. Der Schlüssel für Letzteres und damit auch für das Verständnis der Rolle, in der sich für ihn der Mensch in der lebendigen Welt wiederfinden kann, ist der Begriff der Verantwortung. Sie führt den Menschen zurück auf das, wodurch er im Leben verursacht ist, und zeigt ihm gleichzeitig einen angemessenen Umgang mit seiner eigenen Zukunft und der Zukunft des Lebendigen.

Mit der Betrachtung der Verantwortung rollt man aber Jonas’ Werk gewissermaßen von hinten auf. Die von ihm in der Betrachtung von Leben und Mensch entwickelte Methode wird auf diesem Weg auf seine eigene Arbeit angewandt. Jonas war der Auffassung, dass das innere Prinzip einer Sache seine Tendenzen in dem äußert, „was es aus sich hervorgehen lässt […], sodass wir uns vom Obersten, Reichsten über alles Untere belehren lassen müssen“8. Wo Kontinuität herrscht, muss von der Folge auf den Ursprung...

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