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Strategie Zukunft und Welt

Zur Bedeutung eines ontologischen Begründungskonzeptes nachhaltigen Handelns und Verantwortens

Johanna Henrich

Der Weg in ein nachhaltiges Ressourcenmanagement ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Diesen trotz gesellschaftlicher Unterschiede, wirtschaftlichen Anspruchs und persönlicher Interessen gangbar zu machen, erfordert eine Begründungsstrategie, die hinter Wirtschaft und Gesellschaft zurückgeht bis an die Wurzel des Menschen. Die «Strategie Zukunft und Welt» findet eine Grundlage dazu in Hans Jonas’ ontologischem Konzept, das im Zentrum seiner Verantwortungsethik steht. Das vorliegende Buch weist seine Leistungsfähigkeit zur Grundlegung einer Ethik für die moderne globalisierte Welt auf, die eine unabweisbare Begründung des Wertes des Lebendigen erbringt und nachhaltiges Handeln zur unbedingten menschlichen Aufgabe erhebt.
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VII. Abschließendes zur Ontologie, ihrem Status als Wissen und ihrer Verfahrensart

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VII. Abschließendes zur Ontologie, ihrem Status als Wissen und ihrer Verfahrensart

Verantwortung ist, betrachtet man Jonas’ Ontologie als Ganzes, also gleichsam Überbegriff und Folge für den Menschen aus dem Seins- und Weltverhältnis, dem er entspringt und in das er gesetzt ist. Sie ist die Form seines notwendigen Bezuges auf das Ganze der von ihm berührten Welt und wird ihm damit zum Gesetz. Verantwortung kann er nicht ablegen, er kann ihr nicht entgehen und sich nicht von ihr distanzieren. Mensch sein heißt, verantwortlich zu sein. Das ist das Selbstverständnis, welches Jonas in seiner Ontologie begründen will.

Diese Erkenntnis von seiner Verantwortlichkeit wächst dem Menschen im sittlichen Gefühl zu, das in der verstehenden Betrachtung seiner selbst in der Welt zu Stande kommt. Jonas’ Ontologie ist ein unbedingtes Wissen, das nicht von vornherein im Bewusstsein vorhanden sein muss, das aber ohne Weiteres erlangt werden kann und das, ist es einmal vorhanden, notwendig sittliche Folgen nach sich zieht. Es ist kein Wissen, das den Menschen „kalt“ lassen kann. Begreift er die Bedeutung seines Handelns und Bestehens für die Gesamtheit der Welt, kann er die moralischen Folgen für sein Selbstverständnis, die sich in Denken und weiterem Handeln äußern müssen, nicht anders als in Verdrängung von sich weisen, wobei ihm gleichzeitig bewusst werden muss, dass eine solche Verdrängung unsittlich wäre. Jonas kann den Menschen nicht zur Sittlichkeit zwingen. Mit seiner Ontologie aber kann er eine...

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