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Strategie Zukunft und Welt

Zur Bedeutung eines ontologischen Begründungskonzeptes nachhaltigen Handelns und Verantwortens

Johanna Henrich

Der Weg in ein nachhaltiges Ressourcenmanagement ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Diesen trotz gesellschaftlicher Unterschiede, wirtschaftlichen Anspruchs und persönlicher Interessen gangbar zu machen, erfordert eine Begründungsstrategie, die hinter Wirtschaft und Gesellschaft zurückgeht bis an die Wurzel des Menschen. Die «Strategie Zukunft und Welt» findet eine Grundlage dazu in Hans Jonas’ ontologischem Konzept, das im Zentrum seiner Verantwortungsethik steht. Das vorliegende Buch weist seine Leistungsfähigkeit zur Grundlegung einer Ethik für die moderne globalisierte Welt auf, die eine unabweisbare Begründung des Wertes des Lebendigen erbringt und nachhaltiges Handeln zur unbedingten menschlichen Aufgabe erhebt.
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VIII. Praktische Anwendungsfelder der Verantwortungsethik: Die Gentechnologie

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VIII. Praktische Anwendungsfelder der Verantwortungsethik: Die Gentechnologie

Für den Erweis einer gerechtfertigten Wertzuweisung an das Leben war die ontologische Grundlegung der Verantwortungsethik notwendig, das ist zuvor gezeigt worden. Mit dem aufgewiesenen Wert kommt dem Leben eine Würde zu, die direkt aus diesem Wert resultiert. Jonas’ ontologische Begründung, die diesen durch den Stufengang der Natur bis zum Menschen hin vermittelt, bringt nun bei der Begründung und jeweils konkreten Einschätzung der Würde des Lebendigen ein besonderes Problem auf, öffnet aber auch eine Jonas ganz eigentümliche und vieles versprechende Perspektive auf dessen Lösung und auf die Lösung vieler spezieller Probleme, die das Verhältnis des Menschen zur lebendigen Natur betreffen. „Wert“ ist zunächst ein Begriff, der auf eine Skala von Graden verweist. Der Wert aber, den Jonas im „Sein“ als solchen verankern will, ist ein „absoluter“ Wert. Er hat unbedingte Geltung. Insofern hat das, was an ihm teilhat, auch eine Würde. Würde hat nicht nur der Mensch, sondern alles, in dem sich dieser Wert manifestiert, also das Lebendige als solches. Dennoch kann Jonas nicht die Würde, die Kant dem Menschen zusprach, einfach nur auf alles Lebendige ausdehnen wollen. Auch bei ihm bleibt dem Menschen die Würde vorbehalten, die daraus folgt, dass er dasjenige aus der Natur bestimmte Wesen ist, das die Unbedingtheit des Wertes versteht und ihn in sein Handeln als leitend aufnehmen kann. Nur er kann demnach auch von der Würde, die dem Lebendigen innewohnt,...

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