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Gut oder schlecht?

Urteil und Werturteil in der Musik

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Edited By Claudia Maurer Zenck and Ivana Rentsch

Gut oder schlecht? – Die Frage nach dem Werturteil in der Kunst und insbesondere in der Musik steht im Zentrum des Sammelbandes. Die Befähigung zum Urteil war das ausschlaggebende Argument für die Etablierung einer deutschsprachigen Musikwissenschaft im späten 19. Jahrhundert. Der Impuls des Menschen zum Werturteil ist allerdings auch in späteren Generationen nicht einfach aus Musik und Musikwissenschaft verschwunden: Davon legen die ideologisch aufgeladenen Debatten der Nachkriegszeit ebenso Zeugnis ab wie die impliziten und expliziten Werturteile der Fachliteratur bis heute. In den Beiträgen des Bandes wird der Bogen von methodischen Überlegungen über historische Fallbeispiele bis hin zum Umgang mit zeitgenössischer Kunst gespannt.
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‚Schlecht‘ oder schlecht? Verständnisprobleme

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How can playful, humorous, or ironic – thus, „improper“, – music be identified and understood as such? This question will be examined using three works, for which the premises of appraisal (and thus also the criteria) are different. First, is a work which was clearly intended to be playful by the composer, and which was understood as such by both connoisseurs and the greater public then as well as now (Mozart’s Musikalischer Spaß). Second, is a great piano sonata, about which no testimony from the composer survives, and which was received in different ways: as humorous from contemporaries, but which, with increasing temporal distance and because of the reputation of the composer, has been largely taken as serious and sometimes also been critically received (Beethoven’s op. 31 Nr. 1). For the final piece, a work from the „Third Reich“, the question must be asked: does the function of this work correspond with the (unknown) intention of the composer (Richard Strauss’s Olympische Hymne)?

Eine Art des Komponierens, die eine Beurteilung auch von Werken unbestritten renommierter Komponisten erschweren kann, ist die ‚distanzierte‘ Haltung. Damit kann eine humoristische, eine scherzhafte oder auch eine ironische Einstellung des Komponisten gegenüber seinem Thema gemeint sein; auch die sogenannte „verdeckte Schreibweise“ (Erwin Rotermund) gehört dazu, die vor allem für die infrage kommt, die unwillig in einer Diktatur leben. Das Resultat einer solchen ‚distanzierten‘ Haltung ist immer ‚uneigentliche‘ Musik. Bei ihrer Beurteilung spielt, anders als bei nicht hintersinnigen Werken, die Absicht des Komponisten...

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