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Mediale Ambivalenzen / Ambivalente Medien

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Edited By Dagmar von Hoff

Die in diesem Band präsentierten Beiträge analysieren die Ambivalenz von Medien im Fokus medialer Transparenz, dem Mythos der Medien und den Digital Humanities. Die Eigenschaft der Medien, gleichzeitig Speicher, Mittler und Inhalt zu sein, zeigt ihre ambivalente Struktur. Medien lassen etwas erscheinen und bleiben dabei selbst unsichtbar. Diese Durchsichtigkeit und mediale Transparenz bestimmen die gegenwärtige Diskussion um eine medialisierte Welt. Den Medien wird entweder eine überwältigende Macht zugeschrieben oder aber es wird eine souveräne Herrschaft der Benutzer proklamiert. Auch im Bereich der neuen Informationstechnologien sind die Medien nicht mehr nur Hilfsmittel, um Wissen zu erzeugen, sondern ihre Nutzung verändert die Wissensgewinnung selbst.
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Stichworte zu einer Medientheorie der Transparenz

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Vorbemerkung

Warum ist „Transparenz“ zu einem so großen Thema geworden? Das Wort ist ja nicht neu, es steht seit langem in unserem Lexikon zur Verfügung. Aber es hat eine erstaunliche Karriere gemacht, wie die Statistik von Googles Ngram-Viewer zeigt, der die Wortverwendunghäufigkeit in den von Google-Books gescannten Büchern anzeigt. Das Wort „Transparenz“ erlebte folgende Verwendungfrequenz in deutschen Büchern seit dem Jahr 1800:

Abb. 1  Screenshot Ngram-Viewer: Stichwort „Transparenz“



Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme. Die Kurve besagt, dass im Jahre 1960 das Wort „Transparenz“ alle 1 Millionen Mal in Büchern auftaucht und im Jahre 2000 alle 100.000 Mal. Die Verwendungshäufigkeit hat sich in dieser Zeit also verzehnfacht. Nun gibt es Anlass zu vermuten, dass sich der Wortgebrauch seit dem Jahr 2000 noch einmal vervielfacht hat. Heute taucht auf jeder Seite einer Tageszeitung das Wort „Transparenz“ einmal auf. Allerdings sollte man mit der Deutung solcher statistischen Befunde vorsichtig sein.

Denn die Behauptung, dass sich seit 1800 oder seit 1960 in den Büchern der Deutschen ein starkes soziales, kulturelles oder intellektuelles Bedürfnis nach Klarheit, Offenheit, Durchsichtigkeit der Welt, der Politik, der Wirtschaft einge ← 21 | 22 → stellt habe, würde durch die Eingabe des Wortes „durchsichtig“ im Ngram-Viewer widerlegt. Denn dort zeigt sich folgende Kurve:

Abb. 2  Screenshot Ngram-Viewer: Stichwort „durchsichtig“



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