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Lehnwörter im Slawischen

Empirische und crosslinguistische Perspektiven

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Edited By Emmerich Kelih, Jürgen Fuchsbauer and Stefan Michael Newerkla

Aktuelle Ansätze im Bereich der allgemeinen und slawischen Lehnwortforschung sind Inhalt dieses Bandes. Im Fokus stehen die systematische empirische Untersuchung von Lehnwörtern sowie damit verbundene theoretische und methodologische Probleme. Diese reichen von Fragen der Bestimmung von Lehnwörtern im Basiswortschatz und der Bedeutung eines frequenzbasierten Ansatzes über diverse Probleme bei der Identifikation von Lehnwörtern, den Anteil von Lehnwörtern in ausgewählten lexikalisch-semantischen Gruppen, korpuslinguistische Untersuchungen bis hin zu metalexikographischen und pragmatischen Untersuchungen. Betrachtete Sprachen sind u.a. das Altkirchenslawische, Bulgarische, Deutsche, Kroatische, Mazedonische, Slowakische, Slowenische, Tschechische und Türkische.
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Gräsierung versus Sprachpurismus – Zum Fremdgut im Wortschatz des bulgarischen Kirchenslawisch des 14. Jahrhunderts

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Jürgen Fuchsbauer (Regensburg, Wien)

Gräzisierung versus Sprachpurismus – Zum Fremdgut im Wortschatz des bulgarischen Kirchenslawisch des 14. Jahrhunderts

Abstract: The present paper focuses on a certain aspect of the treatment of borrowings from Greek in Middle Bulgarian Church Slavonic, namely on the replacement of established loanwords with calques. This puristic tendency, which appears to be characteristic of a number of translators, redactors, and scribes working presumably on Mount Athos and in Tărnovo in the first half of the 14th century, constitutes a deliberate approach to the treatment of language. It can, therefore, be seen in the context of the reformation of Church Slavonic during the times of the Second Bulgarian Empire, thus giving insight into the linguistic reasoning of some of the protagonists of this crucial stage in the history of Church Slavonic.

Bekanntermaßen erfolgte in mittelbulgarischer Zeit eine Erneuerung des kirchenslawischen Schrifttums, die weit über den bulgarischen Sprachraum hinaus wirkte und dabei einen prägenden Einfluss auf die Schriftkultur Serbiens, der Moldau und der Rus’ ausübte.1 Ihren Ursprung hatte sie wohl einerseits darin, dass Texte neu aus dem Griechischen übertragen wurden, und andererseits darin, dass bereits vorhandene Übersetzungen als unzulänglich oder durch Textverderbnis entstellt erkannt und mithilfe von griechischen Vergleichstexten überarbeitet wurden. Ein derartiges Redigieren ist für eine Literatur, die aus kulturellen und – mehr noch – religiösen Gründen sprachlich und inhaltlich so stark von einer fremden abhängt wie die kirchenslawische von der griechischen, keinesfalls ungew...

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