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Erwartungswidrige Minderleistung und Belastung im kaufmännischen Unterricht

Analyse pädagogischer, psychologischer und physiologischer Aspekte

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Tobias Kärner

Im Buch wird das pädagogisch-psychologische Konstrukt der erwartungswidrigen Minderleistung vor dem Hintergrund von Belastung, Bewältigung und berufsschulischem Unterricht genauer beleuchtet. Mittels eines mehrebenen- und prozessanalytischen Forschungsansatzes wurden vom Autor sowohl psychologische und physiologische Produkt- und Prozessdaten als auch unterrichtliche Beobachtungsdaten erhoben. Die Befunde weisen u. a. darauf hin, dass es zwischen den unterschiedlichen Datenebenen entsprechende Zusammenhänge zu verzeichnen gibt.
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II Theoretischer Hintergrund und Stand der Forschung

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Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Konstrukt der erwartungswidrigen Minderleistung. Hierzu folgen zunächst Ausführungen bezüglich des Konstruktverständnisses, bevor Bezüge zur beruflichen Bildung anhand bestehender Studien hergestellt werden. Anschließend wird näher auf Diagnostik und Identifikation von Underachievern eingegangen. In diesem Zusammenhang werden nicht nur unterschiedliche Identifikationsansätze vorgestellt, es wird vor allem auch auf die Bedeutung diagnostischer Kompetenzen sowie auf ausgewählte Aspekte der Umsetzung von Potenzial (Was wäre zu leisten möglich?) in Performanz (Was wird tatsächlich geleistet?) näher eingegangen. Danach werden Underachiever anhand ausgewählter neurophysiologischer sowie psychologischer Merkmale näher charakterisiert.

In den nachfolgenden Ausführungen soll das Konstrukt der erwartungswidrigen Minderleistung genauer beleuchtet werden. In diesem Zusammenhang wird zuerst eine Begriffsbestimmung vorgenommen, bevor die Abgrenzung zu verwandten Konstrukten und Phänomenen erfolgt. Danach werden unterschiedliche Arten erwartungswidriger Minderleistung beschrieben. Eine kritische Würdigung des Underachievement-Konstrukts bildet den inhaltlichen Abschluss.

Erwartungswidrige Schulleistung beschreibt ein Phänomen, bei welchem Schüler entweder mehr oder weniger leisten, als es unter Bezug zu einem festgelegten Kriterium zu erwarten wäre (Klauer 1990, 299f.; Stamm 2011, 23). Erstgenannte Gruppe wird in der pädagogisch-psychologischen Forschung als Overachiever („Mehrleister“) benannt, Personen letztgenannter Gruppe werden als Underachiever („Minderleister“) bezeichnet (Thorndike 1963, 1ff.). Aus der von Thorndike (1963), als einem der ersten, welcher sich systematisch mit diesen Begrifflichkeiten auseinandersetzte, aufgestellten definitorischen Beschreibung kristallisierten sich in der Folgezeit unterschiedliche Konstruktdefinitionen ← 13 | 14 → heraus5. Diese sind zum Teil sehr unterschiedlicher Natur, verweisen...

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