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Erwartungswidrige Minderleistung und Belastung im kaufmännischen Unterricht

Analyse pädagogischer, psychologischer und physiologischer Aspekte

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Tobias Kärner

Im Buch wird das pädagogisch-psychologische Konstrukt der erwartungswidrigen Minderleistung vor dem Hintergrund von Belastung, Bewältigung und berufsschulischem Unterricht genauer beleuchtet. Mittels eines mehrebenen- und prozessanalytischen Forschungsansatzes wurden vom Autor sowohl psychologische und physiologische Produkt- und Prozessdaten als auch unterrichtliche Beobachtungsdaten erhoben. Die Befunde weisen u. a. darauf hin, dass es zwischen den unterschiedlichen Datenebenen entsprechende Zusammenhänge zu verzeichnen gibt.
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3.4.3 Mehrebenenstruktur belastungsbedingter Reaktionen

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Nachdem näher auf psychologische sowie auf physiologische Belastungsindikatoren vor dem Hintergrund der Diagnostik eingegangen wurde, sollen ← 92 | 93 → die beschriebenen Erkenntnisse in diesem Abschnitt zusammengeführt werden. Hierzu wird die Mehrebenenstruktur belastungsbedingter Reaktionen aufgezeigt.

Die Darstellung des psychoneuroendokrinologischen Stressmodells nach Henry (1986), die Beschreibung von physischen und psychischen Belastungssymptomen, welche mit einer beanspruchenden Situation einhergehen können, sowie die Kategorisierung unterschiedlicher Indikatoren, welche im Rahmen der Diagnostik herangezogen werden, machen deutlich, dass Belastung bzw. Stress mehrere Ebenen tangiert (Lazarus 1966, 27f.; Nitsch & Hackfort 1981, 273f.; Janke & Wolffgramm 1995, 328; Lazarus 1999, 38ff.; Stemmler 2000, 486; Santjer-Schnabel 2002, 109ff.; Sembill 2012). So interagieren die soziokulturelle Ebene, das individuelle Verhalten sowie physische und psychische Ebene auf komplexe Weise miteinander. Abbildung 10 fasst die Interdependenzen zusammen, welche nachfolgend beschrieben werden sollen (eigene Darstellung in Anlehnung an Nitsch & Hackfort 1981, 273f.; Henry 1986; Janke & Wolffgramm 1995, 328; Lazarus 1999, 38ff.; Santjer-Schnabel 2002, 109ff.; Rensing, Koch, Rippe & Rippe 2006, 2; Sembill 2010b; Sembill 2012).

Abbildung 10: Mehrebenenstruktur belastungsbedingter Reaktionen



Vom Individuum ausgehend, lassen sich psychische und physische sowie jeweils zeitvariable und situationsabhängige Zustände unterscheiden. Das subjektive psychische Erleben bezieht sich hierbei auf die Veränderung von bewusst erlebten oder auch unbewusst ablaufenden emotionalen, motivationalen und kognitiven Zuständen (Santjer-Schnabel 2002, 110; Wolf & Schumacher 2010, 175). ← 93 | 94 → Diese stehen einerseits in engem Zusammenhang mit relativ zeitstabilen psychischen Dispositionen bzw. Persönlichkeitseigenschaften (Wolf & Schumacher 2010). Andererseits bestehen Interdependenzen...

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